Finanzkrise GM muss eigene Zentrale kaufen

Aufgrund der schwierigen Lage an den Kreditmärkten hat der Autobauer General Motors seine Konzernzentrale gekauft, anstatt eine neue Finanzierung abzuschließen. In der Kauflaune finanzierte er außerdem einem Zulieferer das Ende eines Arbeitsstreiks.

Detroit - General Motors (GM)  hat im Quartalsbericht, der am Donnerstag bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereicht wurde, bekannt gegeben, drei Immobilien für insgesamt 826 Millionen US-Dollar in bar gekauft zu haben - darunter auch die Konzernzentrale in Detroit für 626 Millionen US-Dollar.

GM-Sprecherin Renee Rashid-Merem sagte, das Finanzierungsmodell für die Zentrale sei am 1. Mai ausgelaufen, und GM habe sich zwischen einer weiteren Finanzierung oder einem Kauf entscheiden müssen. Angesichts der Lage der Kreditmärkte und der Entwicklungen auf dem Immobilienmarkt habe sich GM für einen Kauf und die spätere Suche nach Finanzierungsmöglichkeiten entschieden.

Weiterhin geht aus dem Bericht hervor, dass GM dem Zulieferer American Axle & Manufacturing Holdings Inc 200 Millionen US-Dollar zur Verfügung stellt, damit dieser einen mittlerweile fast drei Monate andauernden Streik beenden kann. Der Streik bei dem Zulieferer hat die Produktion von Pick-Ups und SUVs beeinträchtigt, weil bei GM 30 Fabriken teilweise oder komplett stillstehen.

GM möchte mit der Finanzspritze den Konflikt zwischen American Axle und der Gewerkschaft United Auto Workers (UAW) schlichten. Seit 26. Februar werden fünf Produktionsanlagen in Michigan und New York bestreikt, weil sich die Parteien nicht über Lohnzahlungen und andere Zuwendungen einigen konnten. In seinem Bestreben, den Streik zu beenden, versucht der Automobilhersteller nun, American Axle Abfindungszahlungen und Frühverrentungen zu ermöglichen.

Rashid-Merem sagte, man wolle den Vertragspartnern eine Brücke für eine gütliche Einigung bauen. Eine Sprecherin des Zulieferers zeigte sich überzeugt, mit der Hilfe des Detroiter Unternehmens eine beschleunigte Lösung herbeiführen zu können. American Axle will die Arbeitskosten senken und bietet Abfindungen an.

manager-magazin.de mit Material von dow jones

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