Rekordniveau Spritpreise trüben Pfingstlaune

Kurz vor dem Pfingstwochenende sind die Preise für Benzin und Diesel an den Tankstellen auf Rekordwerte gestiegen. Grund ist das teure Rohöl, das bereits rund 124 Dollar pro Fass kostet. Die Lufthansa hat erneut die Kerosinzuschläge angehoben.

Hamburg - Für den Liter Superbenzin mussten Autofahrer nach Angaben der Mineralölbranche vom Donnerstag im Bundesschnitt 1,49 Euro zahlen. Diesel kostete zwischen 1,42 und 1,43 Euro. Damit ist Super etwa so teuer wie beim bisherigen Höchststand in der Vorwoche. Diesel liegt sogar noch darüber. Als Grund nannten Branchenvertreter das teure Rohöl, das beinahe die Marke von 124 Dollar je Fass erreicht hat.

Eine rasche Entspannung an den Zapfsäulen ist nicht in Sicht. Der ADAC hält es für möglich, dass in den nächsten Tagen beim Superbenzin die psychologisch wichtige Marke von 1,50 Euro durchbrochen wird. Das sei denkbar, sagte ein Sprecher der Nachrichtenagentur AP.

Wegen des rasant gestiegenen Ölpreises hat auch die Lufthansa  erneut die Kerosinzuschläge erhöht. Für alle Flugtickets, die ab dem kommenden Mittwoch ausgestellt werden, steigt der Zuschlag auf Langstreckenflügen um 5 auf 82 Euro pro Streckenabschnitt. Für innerdeutsche und europäische Flüge werden 4 Euro mehr und damit 21 Euro fällig, wie die Airline mitteilte.

Die Notierung für US-Leichtöl war am Mittwochabend an der Rohstoffbörse in New York in der Spitze erstmals auf die Rekordmarke von 123,93 Dollar gestiegen, ehe sie am Donnerstag wieder etwas zurückfiel. Experten zeigten sich verwundert über die Preisjagd: "Es gibt keine fundamentalen Gründe", sagte die Sprecherin des Mineralölkonzerns Esso, Gabriele Radke: Derzeit seien mehr psychologische Faktoren als das Verhältnis von Angebot und Nachfrage für das teure Öl verantwortlich. Versorgungsengpässe sieht sie nicht. Derzeit würde jede noch so kleine Meldung den Preis treiben.

Hohe Nachfrage aus Asien

"Die Märke ignorieren im Moment sogar Meldungen, die eigentlich für einen fallenden Preis sorgen müssten", sagte die Sprecherin des Mineralölwirtschaftsverbandes (MWV), Barbara Meyer-Bukow. Sie verwies unter anderem auf Berichte aus den USA, wonach dort die Reserven an Rohöl gestiegen seien: "So etwas hätte früher den Preis sinken lassen."

Als Gründe für die jüngsten Anstieg sehen Experten noch immer vor allem die hohe Nachfrage aus Asien. Zudem hatten Meldungen über Förderausfälle in Nigeria und der schwache Dollar die Rallye angeheizt. Der Iran rechnet in naher Zukunft sogar mit einem Ölpreis von 200 Dollar pro Barrel. Diese Zeit sei nicht mehr fern, sagte Ölminister Gholam Hossein Nosari nach einem Bericht der amtlichen Nachrichtenagentur IRNA vom Donnerstag. Iran ist der zweitgrößte Ölproduzent der OPEC.

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