ABB "Tief hängende Früchte"

Der Elektro- und Automationstechnikkonzern ABB will vor allem aus eigener Kraft wachsen. Zukäufe seien jedoch nicht ausgeschlossen, sagte ABB-Chairman Hubertus von Grünberg.

Zürich - "Es gibt noch viele tief hängende Früchte, es kann aus eigener Kraft noch eine Menge erreicht werden, bevor an große Akquisitionen gedacht werden müsste", sagte ABB-Verwaltungsratspräsident Hubertus von Grünberg in einem Interview mit der "Neuen Zürcher Zeitung" (NZZ) vom Donnerstag. Er plädierte für eine vorsichtige Expansion. "Man kann leicht mehr abbeißen als wirklich kauen."

Um die vorhandenen Wachstumschancen nutzen zu können, müsse zunächst die Infrastruktur des weltweit tätigen Konzerns verstärkt werden. ABB  stoße beispielsweise bei der Suche nach Ingenieuren an Grenzen. Der Chef des Verwaltungsrats nahm damit zu den anhaltenden Diskussionen über die ABB-Unternehmensstrategie Stellung.

Bei ABB boomt das Geschäft, die Kassen sind gut gefüllt. Die Schwierigkeiten der jüngsten Vergangenheit sind jedoch nicht vergessen: Nach einer ungezügelten Expansion stand der Konzern 2002/2003 wegen Milliardenverlusten am Rand des Ruins. Erst ein hartes Sanierungsprogramm unter der Regie des von-Grünberg-Vorgängers Jürgen Dormann brachte ABB wieder auf Kurs.

Gegenwärtig profitiert ABB von der boomenden Branchenkonjunktur. 2007 erzielte der Konzern mit 3,8 Milliarden Dollar (2,6 Milliarden Euro) einen Rekordgewinn und ist im ersten Quartal 2008 weiter rasant gewachsen.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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