Alstom Unter Korruptionsverdacht

Siemens geriet bereits vor mehr als anderthalb Jahren in einen Strudel von Korruptionsvorwürfen. Nun trifft es auch den Konkurrenten Alstom: Einem Medienbericht zufolge wird gegen die französische Industriegruppe wegen der Zahlung von Bestechungsgeldern ermittelt. Der Konzern weist die Vorwürfe zurück.

New York / Paris - Behörden in der Schweiz und in Frankreich ermitteln gegen Alstom  wegen des Verdachts der Zahlung von Schmiergeldern in dreistelliger Millionenhöhe, berichtete das "Wall Street Journal" (WSJ) am Dienstag unter Berufung auf mit der Situation vertraute Personen.

Der französische Konzern wies den Zeitungsbericht zurück. "Es gibt kein juristisches Verfahren gegen Alstom wegen Korruptionsverdachts", sagte ein Sprecher des Unternehmens am Dienstag in Paris. Der Bericht basiere auf "Vermutungen und Spekulationen". Zwar habe es Durchsuchungen von Geschäftsräumen gegeben, sagte der Sprecher. Dies sei aber im Rahmen von Ermittlungen geschehen, die sich nicht gegen Alstom richteten.

Alstom werde laut "WSJ" vorgeworfen, zwischen 1995 und 2003 Bestechungsgelder gezahlt zu haben, um sich Aufträge in Asien und Südamerika zu sichern. Vergangene Woche hätten sich Vertreter der Schweizer und der brasilianischen Polizei im Zusammenhang mit der Zahlung von 6,8 Millionen Dollar getroffen, hieß es in dem Zeitungsbericht.

Alstom werde verdächtigt, diese Summe gezahlt zu haben, um an einen 45-Millionen-Dollar-Auftrag der U-Bahn von Sao Paulo zu kommen. Ebenfalls im Visier der Ermittler seien Zahlungen in Höhe von 200 Millionen Dollar im Zusammenhang mit weiteren Projekten in Brasilien, Venezuela, Singapur und Indonesien. Dem Bericht zufolge begannen die Untersuchungen bereits im Jahr 2004.

Alstom ist einer der größten französischen Konzerne und harter Konkurrent von Siemens . Der Siemens-Konzern wird seit mehr als einem Jahr vom größten Schmiergeldskandal der deutschen Wirtschaft erschüttert.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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