Quartalszahlen Finanzkrise bremst Allianz

Fast 900 Millionen Euro Abschreibungen bei der Dresdner Bank führten dazu, dass die Allianz im ersten Quartal weniger verdient hat als im ersten Viertel des Vorjahres. Dennoch bleibt Analystenschelte aus: Gemessen am Marktumfeld sei das Ergebnis gut.

München - Die Dresdner Bank hat den Gewinn der Allianz  im ersten Quartal erneut stark belastet. Zudem sieht der Finanzkonzern wegen der anhaltenden Krise sein Gewinnziel für 2009 zunehmend in Gefahr. In den drei Monaten bis Ende März habe die Dresdner Bank wegen der Finanzmarktkrise 900 Millionen abschreiben müssen, teilte die Allianz am Dienstag überraschend in München mit.

Zuletzt hatte der Konzern zwar Abschreibungen angedeutet, allerdings in deutlich geringerem Umfang. Der Konzerngewinn sank im ersten Quartal von 3,2 Milliarden Euro auf zirka 1,1 Milliarden Euro. Neben der Belastung bei der Dresdner Bank drückte das negative Börsenumfeld auf das Ergebnis des Finanzkonzerns. Die Aktie fiel in den ersten Handelsminuten um 1,5 Prozent.

Der operative Gewinn ging im ersten Quartal auf 1,8 (Vorjahr: 2,9) Milliarden Euro zurück. "Wir halten daher unser mittelfristiges Ergebnisziel für 2009 nach wie vor für erreichbar, auch wenn dies umso schwieriger wird, je länger die Finanzmarktkrise andauert', sagte Allianz-Vorstand Helmut Perlet. Die Allianz will ihren operativen Gewinn mittelfristig zweistellig steigern. Die Experten der Bank Sal. Oppenheim stuften die Zahlen in einer ersten Reaktion als größtenteils wie erwartet ein. Es sei ein gutes Ergebnis im aktuellen Umfeld. "Das Schlimmste ist noch nicht vorüber, aber die Chancen sind höher als die Risiken", hieß es in einer Kurzstudie.

Mit den Abschreibungen im ersten Quartal summieren sich bei der 2001 für rund 25 Milliarden Euro übernommenen Dresdner Bank die Belastungen aus der Finanzmarktkrise auf nahezu 2,5 Milliarden Euro. Die Allianz machte am Dienstag keine weiteren Angaben zum Quartalsergebnis der Dresdner Bank und des Konzerns. Die detaillierten Zahlen will der Konzern am 9. Mai vorlegen. Im vierten Quartal war die einst zweitgrößte deutsche Bank wegen der Finanzmarktkrise in die roten Zahlen gerutscht.

Spekulationen über die Zukunft der Privatkundensparte

Zudem hatte die Allianz vor kurzem angekündigt, die Dresdner Bank in zwei Teile aufzuteilen. Daraufhin kochten erneut Spekulationen über eine Trennung von der Investmentbanksparte Dresdner Kleinwort hoch. Das Segment wird von der Allianz mit vergleichsweise wenig Risikokapital ausgestattet und war daher in den Boomjahren der Branche weit weniger erfolgreich als die Konkurrenz. Zudem gibt es Spekulationen über das Privatkundengeschäft der Dresdner Bank. Zuletzt hieß es in Medienberichten, dass die Allianz ihre Banktochter möglicherweise in ein Dreierbündnis mit der Post-Tochter Postbank  sowie der Commerzbank  einbringen könnte.

manager-magazin.de mit material von dpa-afx

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