Deutsche Post Verdi droht mit Dauerstreik

Die entscheidende Tarifrunde zwischen der Deutschen Post und der Gewerkschaft Verdi beginnt bewegungslos. Verdi verlangt 7 Prozent mehr Gehalt und droht mit einem unbefristeten Streik. In den vergangenen Tagen hatten Warnstreiks schon Millionen Briefe aufgehalten.

Düsseldorf - Die Deutsche Post  und die Gewerkschaft Verdi haben am Donnerstag bei ihren Tarifverhandlungen noch keine greifbaren Annäherungen erzielt. Sollte es in den nächsten Tagen nicht zu einer Einigung kommen, droht Verdi mit unbefristeten Streiks.

Es zeichneten sich "zähe und langwierige" Gespräche ab, hieß es aus Verhandlungskreisen in Düsseldorf. Die Gewerkschaft fordert ein um 7 Prozent höheres Entgelt für die Beschäftigten und will betriebsbedingte Kündigungen bis 2011 ausschließen. Strittig ist auch die Arbeitszeit. Die Post hat noch kein eigenes Angebot vorgelegt.

Die Verhandlungsrunde soll an diesem Freitag weitergeführt werden. Verdi-Verhandlungsführerin Andrea Kocsis sprach von einer "finalen" Möglichkeit, um zu einer Lösung zu kommen. Die Gewerkschaftsmitglieder seien zu einem Dauerstreik entschlossen. Verdi hat die Bundestarifkommission für Samstag nach Düsseldorf einbestellt, um das Verhandlungsergebnis zu bewerten und bei einem Scheitern gegebenenfalls auch rasche Streiks zu beschließen.

Die Post setzte weiter auf eine Lösung am Verhandlungstisch. "Es gibt konstruktive Gespräche hart am Thema", sagte Post-Sprecher Uwe Bensien. Die Post sei zu "angemessenen Lohnerhöhungen" und auch zu einer Verlängerung des Kündigungsschutzes bereit.

In drei früheren Verhandlungsrunden waren keine Kompromissansätze erkennbar geworden. Vor den neuen Verhandlungen hatte Verdi den Druck auf die Arbeitgeberseite mit massiven Warnstreiks noch einmal verstärkt. Millionen Briefe und Pakete wurden nicht zugestellt.

Die Gewerkschaft fordert für die 130.000 Tarifbeschäftigten eine Anhebung des Entgelts um 7 Prozent für zwölf Monate bis Ende April 2009. Daneben will sie einen neuen Vertrag, der auch weiterhin betriebsbedingte Kündigungen - bis zum 30. Juni 2011 - ausschließt. Außerdem will sie verhindern, dass sich eine mögliche Erhöhung der Wochenarbeitszeit der Post-Beamten von 38,5 Stunden auf 41 Stunden negativ auf die Sicherheit der Arbeitsplätze der Tarifbeschäftigten auswirkt.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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