CO2-Grenzen Hoffnung für deutsche Autobauer

Die deutschen Autohersteller können im Streit über den CO2-Ausstoß mit Entlastung rechnen. Nach dem Kompromiss, der sich im Europaparlament abzeichnet, müssten Flotten der Autobauer erst 2015 die Grenze von 130 Gramm Kohlendioxid je Kilometer erreichen.

Frankfurt am Main - Im Europaparlament zeichnet sich ein Kompromiss zwischen den Sozialisten und der konservativen EVP-Fraktion ab, der der Autobranche mehr Zeit ließe, die neuen CO2-Grenzwerte zu erreichen.

Demnach müssten Hersteller nicht mehr, wie von der EU-Kommission vorgeschlagen, im Jahr 2012 mit ihrer gesamten Fahrzeugflotte die Vorgaben erfüllen, sondern noch nur mit einem Teil, zitiert die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" am Donnerstag den Vorsitzenden der CDU-Gruppe im Europaparlament, Werner Langen.

Das könne etwa so aussehen, dass im ersten Jahr 25 Prozent der Flotte im Durchschnitt der EU unter 130 Gramm je Kilometer liegen müssten, im zweiten Jahr 50 Prozent, im dritten 75 Prozent und 2015 dann die ganze Fahrzeugflotte.

Bei der vor allem von Deutschland heftig kritisierten Lastenverteilung zwischen den Herstellern großer und kleiner Wagen will das Parlament dem Bericht zufolge am Kommissionsvorschlag festhalten. Dieser sieht vor, dass schwere Wagen den Ausstoß stärker senken müssen als kleine, um im EU-Durchschnitt auf 130 Gramm zu kommen. Davon würden die französischen Kleinwagenhersteller profitieren, die Lasten trügen deutsche Hersteller.

Vier Jahre mehr Zeit für Umstellung?

Dennoch könnte die sich abzeichnende Linie im EU-Parlament auch auf Ebene der EU-Staaten den Weg für eine Lösung vorgeben. Denn wenn die Autohersteller de facto vier Jahre mehr Zeit bekommen, um mit der gesamten Flotte die Grenzwerte einzuhalten, ist die Lastenverteilung weniger entscheidend.

Auch der europäische Autoverband Acea spricht sich für ein solches Modell aus, um die Belastung für die Branche zu senken. Entscheidend dafür, ob sich Parlament und Mitgliedstaaten auf dieser Linie einigen können, ist zudem, wie hoch die Strafen für die Autohersteller ausfallen, wenn sie die neuen Grenzwerte nicht einhalten. Die Europäische Kommission hatte vorgeschlagen, diese schrittweise von 20 Euro auf 95 Euro je Gramm zu steigern. Die CDU-Gruppe tritt indes für geringere Strafen von zunächst 10 Euro und später 40 Euro ein.

Diskutiert wird außerdem über eine Anrechnung von einem auf anderem Wege erreichten Abbau der Kohlendioxidemissionen auf die Ziele für die Autobauer. Die Kommission hatte vorgeschlagen, dass die Autohersteller die Motoren ihrer Fahrzeuge derart verbessern sollen, dass der Ausstoß auf 130 Gramm je Kilometer sinkt.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx

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