Tui Fredriksen stockt auf - kontert Mordaschow?

Der norwegische Tui-Großaktionär John Fredriksen hat seine Beteiligung an Tui ausgebaut. Damit hält der Reeder einen größeren Anteil als der russische Oligarch Alexej Mordaschow, mit dem er um die Ausrichtung des Konzerns streitet. Beobachter spekulieren, dass Mordaschow bald nachzieht.

Hamburg - Er halte nun 11,7 Prozent, teilte Fredriksen am Donnerstag mit. Damit ist Fredriksen im Investorenzweikampf an dem russischen Oligarchen Alexej Mordaschow vorbeigezogen, der ein Zehntel der Tui-Aktien besitzt. Allerdings will der Russe Kreisen zufolge sein Aktienpaket auf 20 bis 25 erhöhen.

Fredriksen hält auch trotz des Gegenwinds von Mordaschow an seinen Plänen für einen Einzug in den Tui-Aufsichtsrat fest, teilte er weiter mit. Er will mit seinem Vertrauten Tor Olav Troim in das Kontrollgremium einziehen. Mordaschow, der zu den Unterstützern des von Fredriksen kritisierten Tui-Chefs Michael Frenzel zählt, will Fredriksens Pläne stoppen.

Frenzel hatte jüngst unter dem Druck der Aktionäre erklärt, dass Tui die Schifffahrtssparte Hapag Lloyd abspalten werde. Als ein Interessent gilt die Reederei Neptune Orient Lines (NOL) aus Singapur. Sowohl Mordaschow als auch Fredriksen hatten sich für eine Abspaltung ausgesprochen, da sie mit der derzeitigen Aufstellung und der Performance von Tui unzufrieden sind.

"Nicht selbst an Hapag Lloyd interessiert"

Fredriksen ist unterdessen nicht selbst an einem Kauf der Containerschifffahrtssparte interessiert. "Wir wollen Hapag-Lloyd nicht erwerben", sagte Fredriksens Vertrauter Tor Olav Troim am Donnerstag auf Anfrage von Dow Jones Newswires. Da der norwegische Investor über eine sehr große Expertise im Bereich Schifffahrt verfüge, wolle er den TUI-Aufsichtsrat bei der geplanten Trennung von der Containerschifffahrt unterstützen. Aus diesem Grund strebe er auch Sitze in diesem Kontrollgremium an, sagte Troim weiter.

Zwar hätten auch Vorstand und Aufsichtsrat der TUI AG bestimmte Erfahrungen im Bereich Schifffahrt, die Erfahrung Fredriksens sei wegen seiner jahrelangen Tätigkeit in diesem Bereich jedoch größer.

Fredriksen verfolgt den Plan, zusammen mit seinem Vertrauten Tor Olav Troim in den Aufsichtsrat einzuziehen. Sein Antrag auf Abwahl des Chefaufsehers Jürgen Krumnow und des Aufsichtsratsmitglieds Franz Vranitzky ist bereits gestellt. Das Tui-Kontrollgemium spricht sich jedoch offen und anscheinend einstimmig gegen dieses Vorhaben aus und empfiehlt den Aktionären, den geplanten Einzug der Norweger in den Aufsichtsrat abzulehnen.

Zu einem kleinen Showdown könnte sich also die 49. ordentliche Tui-Hauptversammlung am 7. Mai im Congress Centrum Hannover entwickeln. Weit über 2000 Aktionäre und Aktionärsvertreter werden dann erwartet - entscheidend wird aber sein, wie hoch die Präsenz des Kapitals auf dieser Veranstaltung ist.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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