AUB-Affäre Siemens will Millionen zurück

Lange hatte Siemens Schmiergelder an die Betriebsräte-Organisation AUB gezahlt - jetzt könnte die Affäre Ex-Vorstand Johannes Feldmayer und den ehemaligen AUB-Chef Wilhelm Schelsky teuer zu stehen kommen: Siemens will beide auf bis zu 15 Millionen Euro Schadenersatz verklagen.

München - In der Affäre um dubiose Millionenzahlungen von Siemens  an die Arbeitnehmervertretung AUB will das Unternehmen Kreisen zufolge einen Schadenersatz geltend machen: Die Ansprüche richteten sich gegen den ehemaligen Siemens-Vorstand Johannes Feldmayer und den früheren AUB-Vorsitzenden Wilhelm Schelksy, sagte eine mit der Situation vertraute Person am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters.

Ein Konzern-Sprecher sagte, Siemens prüfe grundsätzlich Schadenersatzansprüche im Zuge der Korruptionsaffäre. Details wollte er nicht nennen.

Nach einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" sollen Feldmayer und Schelsky insgesamt bis zu 15 Millionen Euro Entschädigung zahlen. Der Siemens-Vorstand wolle den Aufsichtsrat bei dessen nächster Sitzung Ende April über die vorgesehene Klage unterrichten, berichtete die Zeitung.

Schelksy hatte bereits öffentlich eingeräumt, von Siemens Millionensummen an Schmiergeld bekommen zu haben, um die AUB als eine dem Management gewogene Arbeitnehmervertretung im Gegensatz zur IG Metall aufzubauen. Mit einer Anklage wird laut früheren Angaben aus Nürnberger Justizkreisen in der ersten Jahreshälfte gerechnet.

Auf Schelsky dürften nach Angaben der Zeitung aber noch weitere Forderungen zukommen: Der frühere AUB-Chef solle fast acht Millionen Euro an Steuern hinterzogen haben, bislang aber weniger als eine Million Euro nachgezahlt haben.

Gegen den früheren Siemens-Zentralvorstand Johannes Feldmayer ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der Untreue.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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