BP Chinesischer Staatsfonds steigt ein

Nach Total hat sich auch beim britischen Ölkonzern BP ein Staatsfonds aus China beteiligt. In London ist der neue Großaktionär willkommen. Finanzminister Alistair Darling warb in Peking um mehr chinesisches Kapital.

London/Peking - Ein chinesischer Staatsfonds hat einen Anteil von knapp 1 Prozent am Ölkonzern BP  erworben. Ein Sprecher des größten britischen Unternehmens erklärte am Donnerstag, es sei über die chinesische Beteiligung im Wert von rund zwei Milliarden Dollar informiert. BP begrüße jeden Aktionär. Um wen es sich dabei konkret handele, sagte der Sprecher nicht. Die britische Zeitung "Daily Telegraph" berichtete, es sei derselbe Staatsfonds, der bereits eine Beteiligung an dem französischen Ölgiganten Total  erworben habe.

Bei dem Fonds soll es sich der "Financial Times" zufolge um einen Bereich der chinesischen Zentralbank, die State Administration of Foreign Exchange (SAFE), handeln, die die Devisenreserven des Landes in Höhe von 1,68 Billionen Dollar verwaltet.

Nicht klar ist nach Ansicht von Analysten, welches Ziel China mit dem Kauf von Anteilen an Energiekonzernen verfolgt. Das Vorgehen könnte dazu dienen, die Vermögensanlagen des Landes breiter zu streuen. Es könnte aber auch Teil einer Strategie sein, die Energieversorgung für die boomende chinesische Wirtschaft zu sichern. Aus diesem Grund hat China bereits in großem Stil in Afrika investiert.

Der britische Finanzminister Alistair Darling begrüßte am Dienstag die Bildung des 200 Milliarden Dollar schweren chinesischen Staatsfonds China Investment Corp. Nach einem Besuch bei Premier Wen Jiabao in Peking sagte Darling, Investitionen des Fonds in britische Unternehmen seien willkommen.

China hatte den Fonds im September ins Leben gerufen, um seine gewaltigen Devisenreserven rentabler anzulegen. Im Dezember stieg die China Investment Corp. mit fünf Milliarden Dollar bei Morgan Stanley  ein. Offiziellen Angaben zufolge sollen rund 60 Milliarden Dollar im Ausland angelegt werden.

manager-magazin.de mit Material von reuters und ap

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