Hungerrevolten Deutschland und USA erhöhen Lebensmittelhilfe

Deutschland und die USA haben angesichts der weltweiten Lebensmittelkrise angekündigt, mehr Geld für das Welternähungsprogramm bereitzustellen. Die US-Regierung stellt 200 Millionen Dollar bereit. Auch die deutsche Regierung stockt ihre Hilfszahlungen auf.

Berlin - Bundesentwicklungshilfe-Ministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul kündigte in einem am Dienstag erschienenen Zeitungsinterview zusätzliche zehn Millionen Euro der Bundesregierung für das Welternährungsprogramm an.

US-Präsident George W. Bush sagte am Montagabend 200 Millionen US-Dollar zu, um die Nahrungsmittelknappheit in Entwicklungsländern zu lindern. Mit dem Geld sollten für US-Hilfsprogramme die gestiegenen Nahrungsmittelpreise abgefedert und unvorhergesehene Lebensmittelengpässe überwunden werden, teilte das US-Präsidialamt mit. Beide Staaten verlangten zusätzlich eine nachhaltige Stärkung der Landwirtschaft in armen Ländern.

Wie Wieczorek-Zeul der "Berliner Zeitung" weiter sagte, wird das Welternährungsprogramm von deutscher Seite bislang mit 23 Millionen Euro gefördert, die erst im März um drei Millionen Euro aufgestockt wurden. Nach der weiteren Erhöhung um zehn Millionen Euro müssten jedoch auch mittel- und langfristige Maßnahmen folgen, sagte die SPD-Politikerin. "Außerdem sollte diese Krise als Anlass genommen werden, endlich die Agrarsubventionen abzuschaffen." Sie seien ein Hemmnis für die Bauern in den Entwicklungsländern.

Zoellick fordert "unverzügliche Hilfe"

Auch Hilfsorganisationen forderten Unterstützung über die Finanzhilfen hinaus. Notwendig seien langfristige Investitionen um etwa die Produktivität in der Landwirtschaft zu erhöhen, sagte Jeffrey Borns, Direktor der staatlichen Hilfsagentur Usaid, dem größten US-Hilfsprogramm im Kampf gegen den Hunger.

"Das ist eine zunehmend schwierige Zeit. Wir müssen die richtigen Lebensmittel zum richtigen Zeitpunkt an die richtigen Menschen liefern", sagte Borns bei einer Konferenz der US-Regierung über weltweite Hungerhilfe. Borns forderte zudem den Abbau von Handelsbarrieren.

Der drastische Anstieg der Nahrungsmittelpreise droht der Weltbank und zahlreichen Regierungen zufolge, Millionen Menschen in Armut und Hunger zu stürzen. In mehreren Ländern kam es bereits zu Unruhen: In Haiti stürzte am Wochenende die Regierung, Proteste gab es auch in mehreren afrikanischen Ländern, in Indonesien und auf den Philippinen. Weltbank-Präsident Robert Zoellick hat unverzügliche Hilfen gefordert.

manager-magazin.de mit Material von dpa und ap

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