Siemens 1200 Mitarbeiter müssen gehen

Der Technologiekonzern Siemens und der Betriebsrat haben sich auf den Arbeitsplatzabbau bei der zum Verkauf stehenden Netzwerk-Tochter SEN verständigt.

München - Der Technologiekonzern Siemens  hat sich mit dem Betriebsrat über die Zukunft von 1200 Mitarbeitern seiner Telefonanlagensparte SEN in Deutschland geeinigt.

Knapp 300 Beschäftigten werde ein Altersteilzeitangebot gemacht, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Die übrigen Mitarbeiter würden in eine Transfergesellschaft geschickt, die zwei Jahre lang laufe. Die von Siemens finanzierte Beschäftigungsfirma starte am 1. Juli. Dort würden die Betroffenen weiter qualifiziert und erhielten 85 Prozent ihres Bruttogehalts. Von der Transfergesellschaft aus sollen die Mitarbeiter auch auf freie Stellen innerhalb und außerhalb des Konzerns vermittelt werden, hieß es. Die Vermittlung solle über eine Jobbörse sofort beginnen.

Insgesamt hat Siemens bei der vor dem Verkauf stehenden SEN im Inland den Abbau von 2000 Stellen in Aussicht gestellt. Die Streichung von möglicherweise 800 der 2000 Arbeitsplätze will Siemens allerdings dem Käufer überlassen.

Als Interessenten für die verlustreiche Sparte werden die Konkurrenten Nortel  und Alcatel-Lucent  sowie der Finanzinvestor Cerberus gehandelt. Die Gespräche seien weit fortgeschritten, bekräftigte ein Konzernsprecher. Siemens werde der Stellenabbau einen niedrigen dreistelligen Millionenbetrag kosten. Die Arbeitnehmervertreter hatten für die 800 bedrohten Jobs weitreichende Garantien von Siemens gefordert, die der Konzern nun offensichtlich größtenteils erfüllt.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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