British Energy Konkurrenz für RWE im Bieterpoker

Nach dem Essener Energiekonzern RWE wird möglicherweise auch der französische Energieriese EdF mit einer in das Rennen um den britischen Atomkraftwerksbetreiber British Energy einsteigen. RWE hatte offenbar rund 14 Milliarden Euro geboten.

London/Paris - EdF erwäge ein Angebot, werde aber nicht mehr als 700 Pence je Aktie bieten, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person am Freitag. "EdF wird Preisdisziplin wahren." Zuvor hatte die Zeitung "The Times" berichtet, die Franzosen wollten die von RWE vorgelegte Offerte überbieten. EdF  und British Energy lehnten einen Kommentar ab.

RWE  hat nach Reuters-Informationen knapp 700 Pence für British Energy geboten, womit der Wert des Konzerns auf 13,7 Milliarden Euro beziffert wird. Der britische Versorger Centrica  habe ebenfalls eine Offerte - allerdings im Tausch mit eigenen Aktien - vorgelegt, deren Wert unterhalb der Marke von 700 Pence je Anteilsschein liege, verlautete aus mit der Angelegenheit vertrauten Kreisen.

Händler berichteten, Centrica werde möglicherweise sogar 800 Pence bieten. Die Aktie von British Energy  notierte am Freitag mehr als ein Prozent im Plus bei 750 Pence.

"Übernahme bis Juli möglich"

Die "Times" berichtete, die endgültigen Angebote könnten in den nächsten Wochen vorgelegt und die Transaktion bis Juli abgeschlossen werden. Die britische Regierung will sich von ihrem Anteil in Höhe von 35 Prozent an British Energy trennen.

Der Atomkraftwerksbetreiber hatte am 17. März erklärt, Gespräche mit Interessenten zu führen, die in einer vollständigen Übernahme münden könnten. RWE hatte nach Informationen aus Kreisen seine Offerte davor eingereicht. RWE und EdF führten auch Gespräche mit Centrica über ein gemeinsames Angebot für British Energy, hieß es zudem. Diese Möglichkeit könnte Sorgen der Regierung zerstreuen, dass die Atomindustrie in ausländische Hände fallen könnte.

RWE will wie der Konkurrent E.ON in Großbritannien neue Atomkraftwerke bauen. Über die Flächen verfügt British Energy. Das Unternehmen betreibt acht der zehn britischen Atomkraftwerke. Bis auf eine Anlage sollen alle in den nächsten 15 Jahren vom Netz gehen. British Energy hat lediglich Stromerzeugungskapazitäten, aber weder Verteilnetze noch einen Vertrieb an Haushaltskunden. Der 1996 privatisierte und im Jahr 2002 von der Regierung vor der Pleite gerettete Konzern ist damit anfällig für Schwankungen der Großhandelspreise.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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