HVB Eine Bank wird rot

Gewichtige Änderungen im Vorstand und eine neue Optik - die HypoVereinsbank bleibt in Bewegung. Nun richtet das Institut in Hamburg ein Kompetenzzentrum für Schiffsfinanzierung ein. Damit wahrt die Bank eine gewisse Unabhängigkeit vom Mutterkonzern Unicredit.

Hamburg - Blau war jahrelang die Farbe, die jeder Kunde der HypoVereinsbank (HVB) gewohnt war. Wer in diesen Tagen jedoch die Homepage des Geldinstituts ansurft oder eine Filiale der Bank betritt, sieht immer öfter rot - die Farbe des italienischen Mutterkonzerns Unicredit , der die HVB vor knapp drei Jahren übernommen hat.

"Ab diesem Monat werden alle Filialen der Bank in Europa auf ein einheitliches Erscheinungsbild umgestellt", berichtete Ewald Münch, Bereichsleiter Nord für Privat- und Geschäftskunden auf dem Frühjahrspressegespräch in Hamburg. Die Bank werde in Deutschland aber weiterhin HypoVereinsbank heißen, die neue Optik mit einer schrägen Ziffer "1" in einem roten Kreis jedoch europaweit der Marke Unicredit entsprechen.

"An der ausgeprägten Bindung der Kunden zu ihren lokalen Betreuern ändert sich dadurch nichts", sagt Münch. Die HVB, die vor einem radikalen Umbau ihres Vorstands steht, baut also in ihrer Außenwirkung auf lokale Kompetenz - mit Zweigstellen auch in kleineren Städten.

Von den Auswirkungen der Kreditkrise bisher relativ verschont geblieben, setzt die Bank darüber hinaus weiter auf ein Segment fernab aller Immobilienspekulationen - die Schifffahrt. Das gesamte Geschäft auf Konzernebene wird hierzu in einen eigenen neuen Geschäftsbereich gebündelt. "In Hamburg ist das Kompetenzzentrum der kompletten Unicredit Group für das internationale maritime Geschäft angesiedelt", sagte Torsten Temp, Bereichsleiter Unicredit Global Shipping. Das aktuelle Finanzierungsvolumen der HVB für rund 1000 Schiffe beläuft sich auf acht Milliarden Euro inklusive der Bereiche Offshore und Containerboxen. Mit der Unicredit zusammen steigt das Volumen sogar auf 9,5 Milliarden Euro.

Neuer Standort in Dubai

Der Geschäftsbereich ist bereits in mehreren großen Reedereistandorten vertreten, neben Hamburg auch in Oslo, Piräus und in Singapur. "In diesem Jahr eröffnen wir eine neue Vertretung in Dubai", so der Schifffahrtsexperte gegenüber manager-magazin.de: "Wir bauen auf eine Beruhigung der politischen Lage in der Golfregion und haben in diesem Zusammenhang auch die Märkte Indien und Pakistan im Blick".

"Mit dem Bereich 'Global Shipping' setzen wir auf eine internationale Branchenspezialisierung", so Temp. Allen an der maritimen Wertschöpfungskette beteiligten Banken der Gruppe werden die Ressourcen des Kompetenzzentrums zugänglich gemacht. Der Personalbestand an der Elbe werde dazu ausgebaut - das Wachstum des Geschäftsbereichs soll laut Temp auch 2008 zweistellig ausfallen.

Verwandte Artikel
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.