RWE Milliardenübernahme geplant

Der Stromkonzern RWE hat offenbar ein erstes Gebot für den Kernkraftwerksbetreiber British Energy abgegeben. Das Essener Unternehmen bietet fast 14 Milliarden Euro für das ehemalige Staatsunternehmen. An dem sind allerdings auch noch deutlich größere Stromfirmen als RWE interessiert.

London - Der Essener Energiekonzern RWE  will nach einem Zeitungsbericht für den britischen Atomkraftwerksbetreiber British Energy knapp 700 Pence je Aktie in bar zahlen. Käme das Geschäft zu diesem Preis zustande, würde British Energy  mit bis zu elf Milliarden Pfund (13,7 Milliarden Euro) bewertet, berichtet die "Financial Times" am Donnerstag unter Berufung auf mit der Transaktion vertraute Personen.

RWE habe das Angebot bereits vor einigen Wochen vorgelegt. Dem Bericht zufolge hat RWE jetzt die Erlaubnis für die Prüfung der Bücher erhalten. An der Börse beendeten die Titel von British Energy den Handel in London am Mittwoch bei 701,50 Pence.

British Energy hatte bereits am 17. März Gespräche über einen möglichen Verkauf bestätigt. British Energy lehnte laut dem Blatt eine Stellungnahme zu dem Zeitungsbericht ab. Ein RWE-Sprecher wollte den Artikel am Donnerstagmorgen nicht kommentieren. Auch die Électricité de France (EdF ) nimmt derzeit dem Bericht zufolge Einblick in die Bücher bei British Energy. Die Franzosen hätten zunächst nur für Teile des britischen Atomkonzerns geboten.

Der Wettbewerber RWE werde den Pariser Konzern nun jedoch möglicherweise dazu zwingen, ebenfalls für den gesamten britischen Konzern zu bieten, berichtete die Zeitung. Der britische Stromanbieter Centrica  habe ebenfalls ein Gebot vorgelegt, das knapp unter den 700 Pence pro British-Energy-Aktie liegen soll, die RWE im Moment zu zahlen bereit sei.

Der Aktienkurs von British Energy stieg heute in den ersten Handelsstunden um 4 Prozent auf 730 Pence. Die RWE-Notierung büßte dagegen 1,5 Prozent auf 79,80 Euro ein.

RWE ist derzeit auch an einem der größten Kernkraftprojekte Europas im bulgarischen Belene interessiert. Dort sucht Bulgariens Energieversorger NEK einen Teilhaber für sein dortiges 5,5-Milliarden-Atomkraftwerk.

manager-magazin.de mit Material von ddp und dpa-afx

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