EADS-Chef Solidaritätsadresse

"Volles Vertrauen" in die Führungskräfte von EADS und Airbus äußert EADS-Chef Louis Gallois - allen Insidervorwürfen zum Trotz. Er kann sich nicht vorstellen, dass die Hälfte des Vorstands "Fälscher und Profiteure" sein sollen, so seine Solidaritätsadresse weiter.

Frankfurt am Main - Der sich gegen Verwürfe von Insiderverkäufen zur Wehr setzende EADS-Chef Louis Gallois will die Anschuldigungen widerlegen: "Ich habe volles Vertrauen in die Führungskräfte. Ich wende mich vehement gegen die Idee, dass die Hälfte des Vorstandes von EADS  und Airbus Fälscher und Profiteure sein sollen", sagte der Vorstandsvorsitzende des europäischen Luft- und Raumfahrtkonzerns der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".

Am vergangenen Dienstag war in französischen Medien die jüngste Veröffentlichung aufgetreten, die sich auf Originaldokumente der französischen Börsenaufsicht AMF bezieht. Diese ermittelt seit gut 18 Monaten gegen Führungskräfte von EADS und der Tochtergesellschaft Airbus. Nach Informationen französischer Medien wirft die Börsenaufsicht 17 Führungskräften der Gesellschaften vor, die Auslieferungsverzögerungen bei den Flugzeugen A380 und A350 der Öffentlichkeit verheimlicht und stattdessen eigene Aktienoptionen verkauft zu haben, bevor es zu dem Kurssturz durch die Bekanntgabe der Produktionspannen am 13. Juni 2006 kam.

Gallois weist darauf hin, dass die AMF bei mehr als 1100 EADS- und Airbus-Managern Insiderwissen vermutet: "Das wäre eine große Sekte von Insidern." Dass man versuche, mit Aktienoptionen Geld zu verdienen, sei die Logik des Systems -ein System, das dem Manager nicht gefalle. Daher hat EADS die freie Terminwahl bei Verkäufen von Mitarbeiteraktien nach Aussage des Managers abgeschafft und durch regelmäßige, automatische Termine ersetzt.

Auch die Großaktionäre Daimler  und Lagardere  hätten Insiderwissen genutzt. Daimler-Chef Dieter Zetsche hatte am Vortag erneut die Vorwürfe zurückgewiesen. Der Vorstandschef kritisierte auf der Hauptversammlung am Mittwoch in Berlin scharf, dass ein Bericht der französischen Börsenaufsicht AMF zu dem Skandal zuerst im Internet veröffentlicht wurde, bevor er in Stuttgarter vorlag.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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