Tui Aufsichtsrat gegen Norweger

Der Tui-Aufsichtsrat stemmt sich gegen Großaktionär John Fredriksen. Das Kontrollgremium empfiehlt den Aktionären, einen Antrag des Norwegers auf Abwahl des Chefaufsehers Jürgen Krumnow und des Aufsichtsratsmitglieds Franz Vranitzky abzulehnen. Der Beschluss soll nach Informationen von manager-magazin.de einstimmig gefallen sein.

Hamburg - Die Einladung zu der mit Spannung erwarteten Hauptversammlung des Schifffahrts- und Reisekonzerns Tui  steht ordnungsgemäß auf der Homepage des Unternehmens. Ordnungsgemäß ist auch die Änderung, die dort am Freitag vorgenommen wurde.

Neu findet sich dort seit heute der Punkt 11 "Abberufung der durch die Hauptversammlung gewählten Aufsichtsratsmitglieder Dr. Jürgen Krumnow und Dr. Franz Vranitzky". Weiter heißt es: "Der Aufsichtsrat der Tui AG spricht sich gegen die Abberufung der durch die Hauptversammlung im Mai 2006 gewählten Aufsichtsratsmitglieder Dr. Jürgen Krumnow und Dr. Franz Vranitzky aus, da diese als Vertreter aller Aktionäre stets im Interesse des Unternehmens gehandelt haben und das volle Vertrauen des Aufsichtsrats genießen. Der Aufsichtsrat schlägt vor, in der Hauptversammlung etwaig gestellte Anträge zur Abwahl von Herrn Dr. Krumnow und Herrn Dr. Vranitzky abzulehnen."

Damit bestätigte sich, was bereits vor einigen Tagen vermutet wurde. Der norwegische Reeder und Großaktionär John Fredriksen will auf der Hauptversammlung am 7. Mai in Hannover die Abwahl der beiden Aufsichtsräte beantragen, um künftig zusammen mit seinem Vertrauten Tor Olav Troim zwei Sitze in dem Kontrollgremium zu belegen. Der entsprechende Antrag von norwegischer Seite sei nun eingegangen, erfuhr manager-magazin.de aus mit dem Vorgang vertrauten Kreisen.

Ein Tui-Sprecher bestätigte sowohl den Eingang eines Antrags auf Abwahl der beiden Aufsichtsratsmitglieder als auch die Änderung der Tagesordnung für die Hauptversammlung.

Einstimmiger Beschluss

Tui hat das Recht, einen solchen Antrag in der Einladung zur Hauptversammlung zu kommentieren. Dies geschah nun mit eindeutiger Aussage gegen einen steigenden Einfluss der Norweger in dem Unternehmen. Der Beschluss fiel offenbar einstimmig, alle 20 Mitglieder des Aufsichtrats stimmten nach Informationen von manager-magazin.de für die entsprechende Formulierung.

Hintergrund für die Turbulenzen bereits vor der Hauptversammlung in einem Monat ist die drohende Zerschlagung des Tui-Konzerns. Für die Schifffahrtssparte Hapag-Lloyd gibt es ein lebhaftes Interesse, laut Kreisen auch von asiatischer Seite. Dies wäre der Wunsch von Fredriksen, der seinen Anteil an Tui von derzeit knapp über 5 Prozent bis zur Hauptversammlung weiter aufstocken will.