UBS Ex-Chef fordert Aufspaltung

Luqman Arnold musste Ende 2001 seinen Posten an der Spitze der Schweizer Bank UBS räumen. Grund war ein Streit mit Verwaltungsratspräsident Marcel Ospel. Nach dessen Abgang wegen der Kreditmisere sieht der UBS-Aktionär nun seine Stunde gekommen.

Zürich - Der frühere UBS-Konzernchef Luqman Arnold will bei der Neuausrichtung der Schweizer Großbank mitmischen und schlägt die Aufspaltung in einen Vermögensverwalter und eine Investmentbank vor. Das Asset Management soll verkauft werden.

In einem Brief seiner Investmentgesellschaft Olivant vom Donnerstag forderte Arnold ein Treffen mit UBS-Vizepräsident Sergio Marchionne noch vor der Generalversammlung am 23. April. Olivant hält nach eigenen Angaben rund 0,7 Prozent des UBS-Kapitals. Die Gesellschaft wäre damit einer der zehn größten Aktionäre. Die UBS-Aktien  reagierten zunächst mit einem Kurssprung von anfänglich fast 5 Prozent.

Nach Ansicht des früheren UBS-Chefs braucht die Bank über die angekündigte Kapitalerhöhung von 15 Milliarden Franken hinaus weitere Mittel für eine über alle Zweifel erhabene Kapitalbasis. Deswegen sollten neben dem Asset Management unter anderem auch die brasilianischen Tochtergesellschaft Pactual verkauft werden.

Kritik übte Arnold auch an der Führungsstruktur: Verwaltungsratsmitglieder sollten künftig keine exekutiven Funktionen mehr wahrnehmen. Marchionne selbst schlug er als Verwaltungsratspräsident für die Zeit der Neuausrichtung der Bank vor.

UBS hatte am vergangenen Dienstag Abschreibungen von noch einmal 19 Milliarden Dollar auf amerikanische Ramsch-Hypotheken und einem Verlust von etwa zwölf Milliarden Franken allein im ersten Quartal 2008 bekanntgegeben. Verwaltungsratschef Ospel nahm darauf hin über Nacht seinen Hut. Mit insgesamt 37 Milliarden Dollar musste UBS so viel abschreiben wie bisher keine anderes Geldhaus auf der Welt.

UBS muss ihre Aktionäre um weitere 15 Milliarden Franken Kapitalerhöhung angehen, nachdem bereits im Dezember, als die Bank die erste Milliardenabschreibung gemeldet hatte, der Staatsfonds GIC aus Singapur und ein nicht genannter, mutmaßlich aus Saudi Arabien kommender Investor mit 13 Milliarden Franken eingesprungen waren.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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