Samstag, 21. September 2019

Faule Kredite Noch 200 Milliarden in den Büchern

Die deutschen Banken haben laut einer Studie faule Kredite von rund 200 Milliarden Euro in ihren Büchern. Unterdessen sieht Bundesbankpräsident Axel Weber den Höhepunkt der Finanzkrise noch nicht erreicht.

Frankfurt am Main - Die deutschen Banken haben faule Kredite von rund 200 Milliarden Euro in ihren Büchern. Diese Zahl nennt die Unternehmensberatung Ernst & Young in einer am Mittwoch in Frankfurt veröffentlichten Studie. Dabei geht es um Ausfallrisiken aus Darlehen deutscher Banken, nicht um Engagements im angeschlagenen US-Hypothekenmarkt.

Wegen des Misstrauens der Banken untereinander sei der Handel mit diesen so genannten notleidenden Krediten, die voraussichtlich von den Schuldnern nicht zurückgezahlt werden, im vergangenen Jahr eingebrochen. 2007 hätten die deutschen Banken solche Kredite im Wert von rund 6,5 Milliarden Euro verkauft, das war weniger als halb so viel wie im Rekordjahr 2006 mit 14,4 Milliarden Euro. Auch Bundesbankpräsident Axel Weber und EU-Finanzkommissar Joaquín Almunia sehen den Höhepunkt der Finanzkrise noch nicht erreicht.

Es sei "noch zu früh, Entwarnung zu geben", sagte Notenbankchef Weber der "Bild"-Zeitung (Mittwochausgabe). Die Vertrauenskrise sei noch nicht überstanden. "Solange der Preisverfall am US-Immobilienmarkt anhält, muss mit weiteren Turbulenzen gerechnet werden." Weber forderte die Vorstände der großen Banken auf, das verloren gegangene Vertrauen der Märkte zurückzuerlangen. "Es ist leider viel Vertrauen verspielt worden. Das gilt es schnellstens zurückzugewinnen. Das wirksamste Rezept ist Offenlegung der Risiken und Transparenz an den Finanzmärkten", sagte Weber.

National wie international sind nach Ansicht des Bundesbankchefs zuallererst die Banken selbst gefordert. "Banken, die hohe Risiken eingegangen sind, müssen ihre Verluste offenlegen. Die Eigentümer dieser Banken, egal ob staatlich oder privat, müssen diese Verluste tragen, sonst werden keine Lehren aus der Krise gezogen", sagte der Weber der "Bild"-Zeitung.

Seite 1 von 2

© manager magazin 2008
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung