Ford Tata kauft Jaguar und Land Rover

Jetzt ist es offiziell. Der indische Autobauer Tata Motors kauft die britischen Traditionsmarken Jaguar und Land Rover vom US-Konzern Ford für umgerechnet 1,5 Milliarden Euro. Ford hatte seinerzeit deutlich mehr für die beiden Edelmarken gezahlt.

Mumbai/Detroit - Die traditionsreichen britischen Automarken Jaguar und Land Rover kommen in indische Hände. Der US-Autohersteller Ford  gibt die Luxusmarken für 2,3 Milliarden Dollar (rund 1,5 Milliarden Euro) in bar an Tata Motors  vom Subkontinent weiter, wie beide Unternehmen am Mittwoch mitteilten.

Das Geschäft soll bis Mitte des Jahres abgeschlossen sein, vorausgesetzt die Wettbewerbsbehörden stimmen zu. Tata-Chef Ratan Tata erklärte, er wolle die Identität von Jaguar und Land Rover erhalten.

Ford hatte Jaguar 1989 gekauft und elf Jahre später Land Rover von BMW erstanden. Der zweitgrößte US-Autokonzern kämpft aber seit längerem mit milliardenschweren Verlusten und sinkenden Umsätzen in Nordamerika. Mit dem Verkauf von Jaguar und Land Rover will er wieder schneller in schwarze Zahlen steuern. Zudem will sich der Konzern ganz auf die Marke Ford konzentrieren, wie Firmenchef Alan Mulally sagte.

Ford kommt das Geschäft teuer zu stehen

Unter dem Strich kommt Ford das Geschäft teuer zu stehen: Für Jaguar hatte der US-Konzern 1,6 Milliarden Pfund gezahlt, für Land Rover 2,7 Milliarden Dollar. Zudem wird sich Ford mit 600 Millionen Dollar nach Angaben von Tata an den Pensionsfonds für die Mitarbeiter bei Jaguar und Land Rover beteiligen.

Tata galt wegen seiner Größe, seiner Erfahrungen mit Übernahmen und seiner Vertrautheit mit dem britischen Markt als Favorit für den Kauf. Auch die britischen Ford-Gewerkschaften hatten sich für Tata ausgesprochen. Analysten fragten sich aber, ob die Luxusmarken zu einem Unternehmen passen, dass vor allem mit Lkw und Bussen Geld verdient und demnächst den im Januar enthüllten Billigwagen Nano auf den Markt bringen will. Der "indische Volkswagen" soll umgerechnet gerade einmal 1700 Euro kosten.

Zudem wurde die Frage der Finanzierung aufgeworfen. Tata kündigte zwar an, vier Milliarden Dollar aufzutun. Allerdings sind solche Unterfangen seit Ausbruch der Kreditkrise zunehmend schwieriger geworden. Tata Motors hat einen Marktwert von 6,5 Milliarden Dollar und gehört zur Tata-Gruppe, die knapp 100 Firmen mit insgesamt 290.000 Beschäftigten umfasst. Die Gruppe verdient ihr Geld unter anderem mit Autos, Stahl, Software, Energieversorgung, Kommunikation und Chemie. In den vergangenen Jahren übernahm sie eine Reihe ausländischer Firmen, darunter auch für 13 Milliarden Dollar den britisch-niederländischen Stahlhersteller Corus.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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