Mode Escada vor Eigentümerwechsel

Beim größten deutschen Modekonzern Escada kündigt sichein Eigentümerwechsel an. Gemeinsam mit dem Finanzinvestor Apax will Großaktionär Rustam Aksenenko das angeschlagene Unternehmen übernehmen.

München - Der britische Finanzinvestor Apax wolle zusammen mit dem russischen Großaktionär Rustam Aksenenko die Mehrheit an dem Modekonzern Escada  übernehmen, heißt es aus Finanzkreisen. Voraussetzung sei allerdings, dass sich Apax und Aksenenko einig werden. "Sie müssen erst einmal auf einen Nenner kommen." Bis zur Hauptversammlung am 17. April soll der Einstieg über die Bühne sein.

Apax hatte vor einigen Jahren bereits die CBR-Gruppe mit der Modekette Street One übernommen. Ein Escada-Sprecher wollte sich nicht zu einem möglichen Einstieg äußern. "Zu Marktgerüchten nehmen wir keine Stellung", sagte er am Mittwoch. Auch ein Sprecher von Aksenenkos Finanzgesellschaft Finartis äußerte sich ähnlich. Über Finartis hält der Multimillionär Aksenenko rund 25 Prozent der Aktien an dem größten deutschen Damenmodekonzern.

Unklar ist, ob die neuen Eigentümer am bisherigen Management festhalten werden. Das "Handelsblatt" (Mittwochausgabe) hatte berichtet, der bisherige Hugo-Boss-Chef Bruno Sälzer werde neuer Vorstandsvorsitzender von Escada als Nachfolger von Jean-Marc Loubier. Ein Sprecher des Unternehmens sagte dazu: "Wir unterstützen den Restrukturierungskurs des gegenwärtigen Managements."

Rote Zahlen trotz neuen Managements

Sälzer hatte Hugo Boss  im Februar im Streit mit dem neuen Mehrheitsaktionär, dem Investor Permira, verlassen. Er brachte dort die kurz vor seinem Amtsantritt 2002 gestartete Damenmodelinie auf Kurs und holte das vorher an Lizenznehmer vergebene Geschäft mit Accessoires wieder in den Konzern. Vor allem im Geschäft mit Accessoires sieht Aksenenko die Chance für Escada, deren Kundinnen von der aktuellen Kollektion wenig angetan waren.

Der jetzige Escada-Chef Loubier war im vergangenen Jahr an die Spitze des Unternehmens gekommen, nachdem sein Vorgänger Frank Rheinboldt einen Machtkampf mit dem Großaktionär um die Neuausrichtung des Unternehmens verloren hatte. Auch unter Loubier schrieb Escada aber weiter rote Zahlen. Die neue Herbst-Winter-Kollektion erwies sich als Flop und brachte Escada zum Start ins neue Geschäftsjahr einen Umsatzeinbruch und einen Millionenverlust ein.

Die Aktie des 1976 gegründeten und einst größten und international bekanntesten deutschen Modekonzerns Escada hat in den vergangenen Monaten dramatisch an Wert verloren. Im Sommer lag der Kurs noch bei über 35 Euro, inzwischen notiert der SDax-Konzern bei rund 13 Euro. Ende Februar hatte Escada eine tiefrote Bilanz für das Geschäftsjahr 2006/2007 präsentiert. Bei einem leicht rückläufigen Umsatz von 686 Millionen Euro belief sich der Verlust auf 27,3 Millionen Euro.

Die Aussichten auf einen neuen Großaktionär gaben der Aktie am Mittwoch aber Auftrieb. Escada verteuerten sich zeitweise um 19,30 Prozent auf 15,70 Euro.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx und reuters

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