Kreditkrise US-Häuserpreise fallen drastisch

Die Hypothekenkrise hinterlässt tiefe Spuren am US-Immobilienmarkt. Der wichtigste Preisindex fällt um mehr als 11 Prozent, der schärfste Einbruch seit 20 Jahren. In vielen Ballungszentren stürzen die Preise sogar noch stärker. manager-magazin.de zeigt, welche US-Metropolen am stärksten betroffen sind.

New York - Im Januar fiel der vom privaten Institut Standard & Poor's/Case-Shiller verwaltete Index für US-Immobilien um 11,4 Prozent und verzeichnete damit den stärksten Einbruch seit 1987, wie das Unternehmen am Dienstag in New York mitteilte. Der Index zeichnet die Preisentwicklung von Wohnhäusern im Einzugsgebiet der zehn wichtigsten amerikanischen Großstädte nach.

Auch der entsprechende Wert für die 20 bedeutendsten Städte fiel im Januar im Vergleich zum Vorjahr um 10,7 Prozent. Damit sind beide Werte zum ersten Mal zweistellig gefallen.

"Häuserpreise fallen weiter und erreichen landesweit Rekordtiefststände", sagte David Blitzer von Standard & Poor's (S&P) zu der Entwicklung. In 16 der 20 Ballungsgebiete haben die Preise inzwischen den tiefsten Stand seit 12 Monaten erreicht. Allein von Dezember bis Januar betrug der Rückgang der Hauspreise in den 20 größten Ballungsgebieten 2,4 Prozent, teilte S&P/Case-Shiller mit. "Kein Häusermarkt der USA scheint völlig immun von der Krise", hieß es.

"Keine Region ist immun"

Dabei hatten am Montag Neuigkeiten vom krisengeschüttelten US-Immobilienmarkt seit langem erstmals wieder die Börse erfreut. Nach Angaben der National Association of Realtors war die Zahl der verkauften Häuser im Februar um 2,9 Prozent gestiegen - der erste Anstieg seit sechs Monaten.

Offenbar sind inzwischen wieder vermehrt Käufer unterwegs, die das stark ermäßigte Preisniveau zum Einstieg nutzen. Dass dies aber noch lange kein Zeichen der Entspannung ist, zeigte ein weiterer Index, der heute veröffentlicht wurde: Das Vertrauen der US-Verbraucher in die wirtschaftliche Entwicklung ist auf das niedrigste Niveau seit fünf Jahren gefallen.

Die US-Konjunktur hat Ende 2007 deutlich an Fahrt verloren und leidet zunehmend unter der Finanzkrise. Im vierten Quartal 2007 wurde nur noch ein Wachstum von 0,3 Prozent ermittelt. Viele Experten gehen davon aus, dass die US-Wirtschaft im ersten Quartal 2008 einen Rückgang erleben wird, also bereits mitten in einer Rezession steckt.

Die Wall Street nahm die negativen Konjunkturdaten vergleichsweise gelassen auf. Schlechte Nachrichten seien bereits eingepreist, hieß es. Nicht zuletzt wegen der starken Aktivität der US-Notenbank in den vergangenen Tagen wetten viele Marktteilnehmer nun darauf, dass es nach einer "sanften" Rezession ab Sommer wieder aufwärts geht. Der Dow Jones legte während der vergangenen Woche entsprechend zu und notierte auch am Dienstagabend behauptet.

manager-magazin.de mit Material von ap und reuters