Enerieversorger Spanien Gerüchte um eine 130-Milliarden-Offerte

Auf dem spanischen Energiemarkt bahnt sich offenbar ein milliardenschwerer Doppelschlag an. Der französische Energiekonzern EDF und ein spanischer Baukonzern erwägen ein Übernahmeangebot für gleich zwei der größten spanischen Versorger. Die Offerte hätte ein Volumen von insgesamt 130 Milliarden Dollar.

New York/Paris - Die Verhandlungen für eine gleichzeitige Offerte für Spaniens Marktführer Iberdrola  und die Nummer Drei, Union Fenosa , seien bereits im fortgeschrittenen Stadium, berichtete das "Wall Street Journal" am Freitag unter Berufung auf mit dem Vorgang vertraute Personen.

Die Doppel-Offerte der Électricité de France (EDF) und des spanischen Bauunternehmen ACS hätte ein Volumen von etwa 84 Milliarden Euro (etwa 130 Milliarden Dollar) inklusive Schulden, aber ohne Berücksichtigung eines möglichen Preisaufschlags. Das Geschäft könne aber auch noch Platzen oder ein andere Form annehmen, hieß es weiter.

Die staatlich kontrollierte EDF lehnte eine Stellungnahme zu dem Bericht ab und bekräftigte lediglich ein allgemeines Interesse an einem Einstieg in Spanien. Union Fenosa lehnte ebenfalls einen Kommentar ab. ACS und Iberdrola waren für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Actividades de Construccion y Servicios  (ACS) besitzt bereits 45 Prozent an Union Fenosa und hält zudem 13 Prozent an Iberdrola. Im vergangenen Monat bestätigte EDF, es führe Gespräche mit ACS über ein mögliches Angebot für Iberdrola. Seitdem kursieren zahlreiche Spekulationen und Varianten zu einer Konsolidierung des spanischen Energieversorger-Markts.

Dabei fielen auch Namen deutscher Konzerne wie etwa Eon  als potenzielle Bieterrivalen. 2007 wurden die Düsseldorfer im Übernahmekampf um das Energie-Unternehmen Endesa  vom italienischen Versorger Enel  und dem spanischen Baukonzern Acciona ausgestochen.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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