Kreditkrise Notenbanken fluten die Geldmärkte

In der Kreditkrise lechzen die Geschäftsbanken weltweit fortgesetzt nach Geld und reißen es den Notenbanken förmlich aus der Hand. Die EZB und die britische Notenbank haben zu Ostern erneut die Geldschleusen geöffnet. In den USA wirft die Fed ab Donnerstag 200 Milliarden Dollar auf den Markt.

Frankfurt am Main - Die großen Notenbanken haben zur Linderung der Finanzmarktkrise erneut Milliardensummen bereit gestellt. Die Europäische Zentralbank offerierte den Finanzmärkten weitere 15 Milliarden Euro für die Ostertage. Die Nachfrage der Banken nach dem Geld habe diese Summe um mehr als das Vierfache übertroffen, teilte die EZB am Donnerstag mit. Bereits am Dienstag hatte sie zusätzliche 25 Milliarden Euro in die verunsicherten Finanzmärkte gepumpt.

Die US-Notenbank Fed will den größten Investment-Firmen des Landes staatliche Wertpapiere im Umfang von 75 Milliarden Dollar (48,6 Milliarden Euro) zur Verfügung stellen. Die Unternehmen könnten sich bei einer ersten Versteigerung am kommenden Donnerstag um einen Anteil an diesen Verbindlichkeiten bewerben, teilte die Fed am Donnerstag mit. Die Fed löst damit einen Teil ihres vor gut zehn Tagen abgegebenen Versprechens ein, dem Markt ab dem 27. April rund 200 Milliarden Dollar für 28 Tag zur Verfügung zu stellen.

Für die von der EZB bereitgestellten Kredite von 15 Milliarden Euro werden im Schnitt 4,20 Prozent Zinsen fällig. Insgesamt hatten 44 Banken zusammen fast 66 Milliarden Euro nachgefragt. Das Geld muss am Dienstag zurückgezahlt werden, dem ersten Bankarbeitstag nach Ostern.

Trotz der zusätzlichen Finanzspritze blieb Tagesgeld am Donnerstag aber teuer. Händler nannten Sätze von 4,18 bis 4,23 Prozent. "Das war ganz nett, hat aber die Sätze nicht ändern können", sagte ein Händler mit Blick auf den Oster-Tender der EZB. Schon am Vortag war der Referenzzins Eonia auf 4,188 (Vortag 4,083) Prozent gestiegen.

Angesichts der negativen Nachrichten aus der Finanzbranche leihen sich die Banken einander derzeit kaum noch Geld. "Die Umverteilung funktioniert im Moment einfach nicht richtig", klagte ein Geldhändler.

Auch andere Notenbanken in Europa schießen deshalb immer wieder Geld nach. Die britische Notenbank erhöhte am Donnerstag ihre eine Woche laufende reguläre Refinanzierungsofferte auf knapp elf Milliarden Pfund (13,9 Milliarden Euro). Sie legte dabei auch ihren am Montag für drei Tage ausgegebenen Sonder-Tender über fünf Milliarden Pfund neu auf.

manager-magazin.de mit Material von Nachrichtenagenturen

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