Colonial Notverkauf an Araber geplatzt

Der spanische Immobilienkonzern Colonial trudelt weiter in die Krise. Ein Staatsfonds aus Dubai hat den vereinbarten Teilverkauf vorerst platzen lassen. Die Aktie stürzte ab. Die Gläubigerbanken riskieren Milliarden. Dazu gehört auch die Commerzbank.

Madrid - Der geplante Teilverkauf des hoch verschuldeten Immobilienkonzerns Colonial  an den Dubaier Staatsfonds ICD ist vorerst gescheitert. Die Anlagegesellschaft des Emirats entschied sich gegen eine Übernahme des Mietgeschäfts der Spanier, nachdem es in den Verhandlungen mit den Gläubigerbanken zu keiner Einigung gekommen war. Ein Kauf sei aber zu einem späteren Zeitpunkt nicht ausgeschlossen, erklärte ICD am Mittwoch. Colonial hatte dem Plan des Staatsfonds bereits zugestimmt.

Nach Angaben von mit der Situation vertrauten Personen will der Dubaier Fonds bessere Bedingungen für die Refinanzierung der Kredite erreichen, hat damit aber bei den beteiligten Banken bislang auf Granit gebissen.

An der Madrider Börse überstieg das Angebot der zum Verkauf stehenden Colonial-Papiere am Donnerstag die Nachfrage in einem solchen Maß, dass stundenlang keine Preisbildung möglich war. Erst kurz nach 11.00 Uhr wurden Colonial-Anteilsscheine wieder gehandelt - und stürzten um weitere 25 Prozent ab. Die Aktie hatte in den vergangenen drei Monaten bereits zwei Drittel ihres Wertes eingebüßt.

Eine Vereinbarung mit den Gläubigern zur Refinanzierung der Kredite galt als größte Hürde für die geplante Rettung durch den ICD. Bei ihnen stehen die Spanier mit 7,2 Milliarden Euro in der Kreide. Kreisen zufolge hat Colonial allein bei der Eurohypo , die zur Commerzbank  gehört, 1,4 Milliarden Euro Schulden.

Colonial war mit Ende des Immobilienbooms in Spanien in Bedrängnis geraten. Bei einer Insolvenz müssten die Banken, darunter auch Goldman Sachs , die Royal Bank of Scotland  und die zur Crédit Agricole  gehörende Calyon, ihr Geld zumindest teilweise abschreiben.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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