Allianz Gewinnziel in Frage gestellt

Die Allianz will keine Gewähr für das Ergebnis der Tochter Dresdner Bank geben. Im ersten Quartal müssten weitere Wertpapiere abgeschrieben werden, womöglich auch darüber hinaus. Deshalb steht das Gewinnziel des Konzerns unter Vorbehalt.

München - Die Allianz  sieht wegen der Folgen der Finanzkrise die Ergebnisziele für die kommenden beiden Jahre in Gefahr. Das Erreichen des angepeilten operativen Gewinnwachstums von durchschnittlich 10 Prozent pro Jahr bis 2009 sei deutlich schwieriger geworden, erklärte Vorstandschef Michael Diekmann in dem am Donnerstag veröffentlichten Geschäftsbericht 2007. "Ich muss daher für unseren Ausblick einen speziellen Vorbehalt für das Bankgeschäft machen."

Angesichts der gegenwärtigen Unsicherheiten und weiterer nicht auszuschließender Abschreibungen bei der Tochter Dresdner Bank sei eine zuverlässige Prognose für den Beitrag des Bankgeschäfts zum Gesamtergebnis derzeit unmöglich. Von dem Ziel, im Bankgeschäft eine Rendite auf das Risikokapital von mindestens 15 Prozent zu erzielen, hatte die Allianz bereits im Februar Abstand genommen.

Im ersten Quartal seien weitere Abschreibungen bei der Dresdner Bank zu erwarten. Vorstandsmitglied Helmut Perlet hatte im Februar Abschreibungen von 300 bis 400 Millionen Euro als mögliche Größenordnung genannt. Im vergangenen Jahr hatte der Konzern aus der Krise Belastungen von 1,5 Milliarden Euro verbucht. Angesichts der anhaltenden Kursverluste an den Kreditmärkten seien auch im weiteren Jahresverlauf zusätzliche ergebnisbelastende Wertberichtigungen nicht auszuschließen, hieß es im Geschäftsbericht.

Erst am 21. Februar hatte der Vorstandsvorsitzende Michael Diekmann erklärt, dass die Allianz weitere Wertberichtigungen in diesem Jahr nicht ausschließt. Für 2008 sah sich die Allianz jedoch "gut positioniert" und bestätigte ihre mittelfristigen Ziele. Der Konzern sei in einer starken Position, um die Herausforderungen im Jahr 2008 zu meistern und seine mittelfristigen Ziele zu erreichen, sagte Diekmann damals. "In stärkerem Maße als üblich beeinflussen aber die Finanzmärkte und ihre weitere Entwicklung unsere Geschäftsergebnisse", hatte er hinzugefügt.

manager-magazin.de mit Material von reuters, ddp und dpa

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