Deutsche Post Tarifgespräche vertagt

Die Deutsche Post und die Gewerkschaft Verdi haben ihre erste Gesprächsrunde über Arbeitszeiten und Kündigungsschutz ohne greifbare Ergebnisse beendet. Die Verhandlungen seien auf den Freitag nach Ostern vertagt worden, sagte ein Verdi-Sprecher am Dienstag.

Düsseldorf - Gelingt dann keine Einigung, steht dem Bonner Konzern der Gewerkschaft zufolge ein Ausstand ins Haus: "Wenn die Deutsche Post jetzt nicht beidreht, wird ab 1. April gestreikt", sagte die für die Post zuständige stellvertretende Verdi-Vorsitzende Andrea Kocsis. Die Beschäftigten bräuchten Sicherheit und eine Perspektive und seien "bereit, dafür zu kämpfen".

"Wir streben eine Lösung am Verhandlungstisch an", betonte ein Sprecher der Deutschen Post . "Es gibt keinen Grund für Streik-Drohungen." Der Streit zwischen Verdi und Post-Management hatte sich an der bevorstehenden Verlängerung der Arbeitszeit für die 55.000 Beamten bei dem Konzern entzündet. Verdi fürchtet, dass dann auch die 130.000 Tarifbeschäftigten länger am Arbeitsplatz bleiben müssen. Deshalb fordert sie in den Gesprächen dem Sprecher zufolge "zehn Arbeitszeitverkürzungstage für jeden Tarifbeschäftigten".

Die Postarbeitszeitverordnung, nach der Beamte wie Angestellte 38,5 Wochenstunden arbeiten, läuft Ende März aus. Damit würde ab April für die Post-Beamten automatisch die Wochenarbeitszeit für Beamte des Bundes von 41 Stunden gelten. Verdi fürchtet in dem Fall den Verlust von 5000 Arbeitsplätzen. Ende März läuft auch der Beschäftigungspakt für die Angestellten aus, der den Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen umfasst. Verdi fordert in den Gesprächen den Ausschluss betriebsbedingter Beendigungskündigungen bis Juni 2011.

Auch eine neue Lohn-Tarifrunde steht der Post ins Haus. Eine konkrete Entgeltforderung hat Verdi noch nicht erhoben. Zunächst müsse klar sein, wie sich die Auseinandersetzung um Arbeitszeit und Kündigungsschutz entwickle, hatte Kocsis angekündigt. Beide Seiten haben schon auf weitere Verhandlungstermine verständigt. Die Gespräche sollen am 28. März und am 9. April fortgesetzt werden.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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