Altana "Großer Spielraum für Übernahmen"

Altana-Chef Matthias Wolfgruber hat die Akquisitionsstrategie des Unternehmens bekräftigt und gleichzeitig Kriterien für eine mögliche Übernahme benannt. Altana könne prinzipiell auch Fremdkapital für eine größere Akquisition aufnehmen. Die Größe des Übernahmezieles sei kein entscheidender Faktor.

Hamburg / Düsseldorf - Der Spezialchemiekonzern Altana  hat sein Ergebnis im abgelaufenen Geschäftsjahr mehr als verdoppelt und die Ausschüttung auf 0,51 Euro je Aktie erhöht. Während der Bilanzpressekonferenz am Dienstag in Düsseldorf stand auch die Wachstumsstrategie im Blickpunkt, zu der nach Angaben des Vorstandschef Matthias Wolfgruber auch Übernahmen gehören.

Die Größe eines Übernahmezieles sei für sich genommen "kein entscheidender Faktor", sagte Wolfgruber während der Bilanzpressekonferenz auf Nachfragen von Journalisten. Entscheidend sei vielmehr, dass es "vielversprechende Konzepte für nachhaltiges Wachstum" gebe.

Ein mögliches Übernahmeziel müsse wachstums- und ertragsstark sein sowie von der Service- und Innovationskultur zu Altana passen, betonte Wolfgruber. "Wenn ein Unternehmen diese Kriterien erfüllt, dann ist es für uns interessant."

Eine Milliarde Euro ist nicht die Obergrenze

Altana habe auf Grund seiner soliden Bilanzstruktur einen "großen Spielraum", um möglicherweise auch Fremdkapital für eine größere Übernahme aufzunehmen, so Wolfgruber weiter. Eine Akquisition könne aus diesem Grund auch teurer sein als etwa 1 Milliarde Euro. Altana könne größere oder kleinere Akquisitionen auch fremdfinanzieren. Das Unternehmen wolle jedoch nicht "über einen längeren Zeitraum" sein Investment-Rating verlieren.

Wichtig sei jedoch, dass ein übernommenes Unternehmen "binnen kurzer Zeit" zum Ergebniswachstum beitrage. "Wir sind keine Hasardeure. Wir müssen mit einer solchen Transaktion Wert schaffen", sagte Wolfgruber.

manager-magazin.de hatte Anfang März exklusiv berichtet, dass Altana die Übernahme des US-Konkurrenten Rockwood Holdings plane und dafür rund 4,2 Milliarden Euro investieren wolle. Gespräche mit Investmentbanken, darunter JP Morgan, hätten bereits stattgefunden. Altana hatte daraufhin die Pläne auf Eis gelegt: "Es gibt keine Verhandlungen mit Rockwood oder Aktionären von Rockwood", hatte ein Sprecher des Unternehmens betont.

"Ständig im Gespräch mit Banken"

Angesprochen auf Rockwood Holdings sagte Wolfgruber während der Bilanzpressekonferenz: "Wir suchen permanent nach Unternehmensteilen, die zu uns passen." Dabei habe Altana die gesamte Spezialchemie im Blick. Es gebe "viele Unternehmen" in der Branche, die die Kriterien Wachstum, Ertrag, Service und Innovationskraft erfüllen und aus diesem Grunde für Altana interessant seien.

Es gehöre zudem zum normalen Geschäft, dass man in derlei Wachstumsfragen auch mit Banken im Gespräch sei. Jedoch werde man bei Themen, die nicht spruchreif seien, auch keine Namen einzelner Unternehmen nennen.

Die Einladung zur Hauptversammlung von Altana, die am 27. März im Bundesanzeiger veröffentlicht werde, werde "nichts Spektakuläres" enthalten, sagte Wolfgruber. Es gehe bei der für den 5. Mai geplanten Hauptversammlung unter anderem um die Ermächtigung zum Erwerb eigener Aktien sowie um die Verlängerung bereits genehmigter Kapitalmaßnahmen.

manager-magazin.de

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