Altana "Es hat ein Leck gegeben"

Der Spezialchemiekonzern Altana hat seinen Gewinn 2007 mehr als verdoppelt und erhöht die Ausschüttung. Nun stehen künftige Zukäufe des Konzerns im Blick: Rockwood-Manager Kent Masters hat inzwischen eingeräumt, dass Gespräche zwischen Altana und dem US-Chemiekonzern auf Grund eines "Lecks" auf Eis gelegt worden sind.

Düsseldorf - Der Spezialchemiekonzern Altana  hat nach einem Ergebnissprung 2007 und einer Erhöhung der Dividende seinen Ausblick für das laufende Geschäftsjahr präzisiert. Analysten erwarten für heute außerdem Aussagen über mögliche Zukäufe des Konzerns.

Das Ergebnis nach Steuern der fortzuführenden Aktivitäten habe sich auf 138 Millionen Euro (2006: 56 Millionen Euro) erhöht, teilte Altana am Dienstag während der Bilanzpressekonferenz mit. Das Vorsteuerergebnis nahm auf 214 Millionen Euro zu. Darin sind 55 Millionen Euro Erträge aus der Anlage des Verkaufserlöses der Pharmasparte enthalten.

Der Umsatz von Altana soll im laufenden Geschäftsjahr 2008 auf 1,44 bis 1,49 Milliarden Euro klettern, teilte die im MDax  notierte Gesellschaft mit. Für das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) peilt das Unternehmen 260 bis 290 Millionen Euro an. Diesen Erwartungen liege eine Wechselkursannahme von 1,45 US-Dollar je Euro im Jahresdurchschnitt zugrunde, hieß es weiter. Die Rohstoffkosten sollten sich auf dem aktuellen hohen Niveau stabilisieren.

25 Cent Dividende sowie 26 Cent Sonderdividende

Die Aktionäre sollen von der positiven Geschäftsentwicklung profitieren. Insgesamt will Altana eine Dividende in Höhe von 0,51 Euro je Aktie (insgesamt 69 Millionen Euro) zahlen. Diese setzt sich aus einer ordentlichen Dividende von 0,25 Euro je Aktie und einer Sonderdividende in Höhe von 0,26 Euro je Aktie zusammen.

Im Blickpunkt des Interesses steht während der ebenfalls für heute angesetzten Analystenkonferenz die künftige Wachstumsstrategie des Konzerns. manager-magazin.de hatte Anfang März berichtet, dass Altana die Übernahme des größeren Wettbewerbers Rockwood Holdings plane und dafür rund 4,2 Milliarden Euro investieren wolle.

Gespräche mit Investmentbanken zur Finanzierung der Übernahme hat es nach Informationen von manager-magazin.de bereits gegeben, unter anderem mit der US-Investmentbank JP Morgan. Für eine Übernahme dieser Größenordnung sind jedoch diverse Kapitalmaßnahmen nötig, der die Aktionäre zustimmen müssen.

Rockwood-Pläne auf Eis gelegt

Rockwood-Pläne auf Eis gelegt

Altana hatte daraufhin seine Übernahmepläne auf Eis gelegt und verkündet, es gäbe "keine Verhandlungen mit Rockwood oder den Aktionären von Rockwood." Es sei auch kein Treffen der Führungsgremien geplant.

Dass die Übernahmepläne auf Grund der Berichterstattung vorerst auf Eis gelegt worden sind, bestätigte gestern indirekt Rockwood-Manager Kent Masters. "Es hat ein Leck gegeben, es gibt keine Aktivität", sagte Masters am Montag im Gespräch mit der "Financial Times Deutschland". Masters ist Mitglied im Board bei Rockwood und außerdem im Vorstand des Linde-Konzerns.

Übernahmen "Teil der Unternehmensstrategie"

Altana-Chef Matthias Wolfgruber hatte sich in der Vergangenheit offen für Übernahmen gezeigt. Bei Zukäufen könne der Konzern - ohne die Aktionäre zu bemühen - eine Übernahme von einer Milliarde Euro finanzieren. Doch auch größere Übernahmen seien möglich, ergänzte Wolfgruber auf Nachfrage.

Während der Bilanzpressekonferenz bekräftigte der Firmenchef, dass der Konzern weiter auf der Suche nach Zukäufen sei. "Akquisitionen sind ein elementarer Bestandteil unserer Unternehmensstrategie", sagte Wolfgruber.

Wenn sich Altana zum Einstieg in neue Produktbereiche entschließe, müssten die entsprechenden Märkte ein Volumen von mindestens 200 Millionen bis zwei Milliarden Euro haben, hatte der Vorstandschef zuletzt betont. Nach dem größten Zukauf der Unternehmensgeschichte im Jahr 2005 - der Übernahme der Eckart-Gruppe für 630 Millionen Euro - schaut sich Altana nach weiteren Akquisitionszielen um.

Zuversichtlich für 2008 und 2009

Für die kommenden Geschäftsjahre 2008 und 2009 erwartet Altana eine weiterhin gute Nachfrage nach seinen Spezialchemieprodukten. Den mittelfristigen Ausblick bestätigte das Unternehmen erneut. Danach erwartet der Spezialchemiekonzern ein Umsatzwachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich.

Altana hatte sich 2006 von seiner Pharmasparte getrennt. 2006 hatte der Konzern wegen des Verkaufs von Altana Pharma inklusive einer Sonderdividende 34,80 Euro pro Aktie über die Aktionäre ausgeschüttet.

Großaktionärin von Altana ist die Quandt-Erbin Susanne Klatten, die 50,1 Prozent an dem Unternehmen hält.

Altana: "Großer Spielraum für Übernahmen"

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