Metro Kaufhof zu verkaufen

Umbau beim Kaufhauskonzern Metro - das Unternehmen denkt darüber nach, seine Kaufhof-Warenhäuser abzustoßen. Für die Elektronikmärkte Media Markt und Saturn wird unterdessen ein Börsengang erwogen.

Düsseldorf - Der größte deutsche Handelskonzern Metro  hat sich im vergangenen Jahr vom schwachen deutschen Einzelhandel abgesetzt. Der Umsatz der Gruppe stieg - bereinigt um die verkauften Extra-Märkte - um 10,4 Prozent auf 64,3 Milliarden Euro, wie Metro am Dienstag in Düsseldorf mitteilte.

In Deutschland legten die Erlöse dabei - den Zukauf der Wal-Markt-Filialen herausgerechnet - 0,7 Prozent zu. Beim operativen Gewinn konnte Metro die Schätzung der Analysten leicht übertreffen. Der Gewinn vor Steuern und Zinsen (Ebit) stieg bereinigt um Sondereffekte um 8,8 Prozent auf 2,1 Milliarden Euro. In Aussicht gestellt hatte Metro ein Plus von 6 bis 8 Prozent.

Die Lebensmitteltochter Real machte mit 25 Prozent im vergangenen Jahr den größten Umsatzsprung. Gleichzeitig verbuchte sie einen Verlust von 16 Millionen Euro. Die Kaufhof-Warenhäuser wiesen bei einem Umsatzrückgang von 1,5 Prozent auf 3,6 Milliarden Euro ein um 31 Prozent höheres Ergebnis von 107 Millionen Euro aus. Media Markt und Saturn steigerten den Umsatz um 13 Prozent auf 17,1 Milliarden Euro und das Ergebnis um 4,5 Prozent auf 614 Millionen Euro. Cash & Carry steuerte mit 32 Milliarden Euro den größten Anteil zum Umsatz bei. Das Ergebnis wuchs zweistellig auf 1,243 Milliarden Euro.

Der Handelskonzern will darüber hinaus seine Kaufhof-Warenhäuser verkaufen. "Galeria Kaufhof ist ein erfolgreiches, jedoch aus Konzernsicht kein strategisches Geschäft", sagte Vorstandschef Eckhard Cordes. "Wir werden diese komfortable Position nutzen und in aller Ruhe unsere Möglichkeiten prüfen." Über die Trennung der unter rückläufigen Umsätzen leidenden Warenhaustochter war vielfach spekuliert worden.

Im Geschäftsjahr 2007 habe die Kölner Tochter einen operativen Gewinnsprung gemacht. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) von Kaufhof kletterte um mehr als 30 Prozent auf 107 Millionen Euro. Der Umsatz von Kaufhof ging 2007 dagegen leicht um 1,5 Prozent auf knapp 3,6 Milliarden Euro zurück. Die Metro-Warenhaustochter hat rund 19.000 Mitarbeiter.

Der Handelskonzern denkt des weiteren über einen Börsengang seiner Elektronikmärkte Media Markt und Saturn nach. "Das bedeutet aber nicht automatisch, dass wir im nächsten Jahr auch an die Börse gehen werden", sagte Vorstandschef Cordes. Es sei aber gut möglich, dass Media Markt/Saturn auch durch Akquisitionen wachsen werde, und ein solches Wachstum könne gut über einen Börsengang finanziert werden.

Seitdem Cordes im November den Vorsitz bei Metro übernommen hat, wurde gemutmaßt, dass er den Konzern stärker auf Rendite trimmen wird und sich auf die Ertrags- und Umsatzbringer konzentriert. Die SB-Warenhäuser Real, die 2007 noch einen Verlust schrieben, bekommen eine Galgenfrist von zwei Jahren eingeräumt und sollen bis dahin die Wende schaffen. Real-Chef Joel Saveuse soll den Prozess vorantreiben und wird in den Vorstand der Metro einziehen.

manager-magazin.de mit Material von dpa und reuters

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