Montag, 23. September 2019

Allianz Die Dresdner Bank wird zerteilt

Die Dresdner Bank steht vor der Spaltung. Der Aufsichtsrat der Allianz-Tochter hat auf seiner heutigen Sitzung die gesellschaftsrechtliche Teilung der Bank beschlossen. Unterhalb der Holding Dresdner Bank Gruppe sollen zwei vollständig eigenständige neue Banken entstehen.

Hamburg - Die Initiative zur Teilung sei vom Vorstand der Dresdner Bank ausgegangen, heißt es. Der Aufsichtsrat stimmte diesem Plan auf seiner heutigen Sitzung zu. Ein Banksprecher bestätigte eine entsprechende Meldung von manager-magazin.de. Ziel sei es, unterhalb der Holding "Dresdner Bank Gruppe" zwei völlig eigenständige Banken zu etablieren: Eine Bank für das Privatkundengeschäft und eine Investmentbank (große Firmenkunden, Kapitalmarktgeschäfte).

Filiale und Zentrale:
Künftig getrennte Wege?
Mit diesem Schritt will sich der Mutterkonzern Allianz Börsen-Chart zeigen auf die bevorstehende Konsolidierung in der deutschen Finanzwirtschaft vorbereiten. Denkbar seien sowohl Desinvestitionen, also etwa forcierte Bemühungen die defizitäre Investmentbank Dresdner Kleinwort zu verkaufen, als auch Zukäufe, hieß es.

So ist die Allianz angeblich an dem Kauf der Postbank Börsen-Chart zeigen interessiert, für die sich auch die Deutsche Bank Börsen-Chart zeigen, die Commerzbank Börsen-Chart zeigen und diverse ausländische Finanzinstitute interessieren. Favoritin für den Erwerb der Postbank ist die Deutsche Bank, die, wie es heißt, das finanziell höchste Angebot abgeben könne.

Die Dresdner Bank ist schon lange das Sorgenkind der Allianz. So hat sich der operative Gewinn im Jahr 2007 gegenüber dem Vorjahr auf immerhin noch 710 Millionen Euro halbiert. Im Investmentbanking kam es sogar zu einem Debakel. Nach einem Gewinn im operativen Geschäft 2006 in Höhe von 549 Millionen Euro schrieb Dresdner Kleinwort 2007 ein operatives Minus in Höhe von 659 Millionen Euro.

Auffällig war, dass Allianz-Chef Michael Diekmann auf der Bilanzpressekonferenz im Februar kein klares Bekenntnis zur Zukunft der Dresdner Bank abgegeben hat und entsprechenden Fragen ausgewichen war. Diekmann, der als Kursziel für die Allianz-Aktie 200 Euro gesetzt hat, steht unter dem Handlungsdruck des Kapitalmarktes, das Problem Dresdner Bank endlich zu lösen. Zurzeit notiert die Allianz-Aktie bei 112 Euro.

Offen ist den Kreisen zufolge, wie lange die Marke "Dresdner Bank" überhaupt noch bestehen bleibt. So sei es denkbar, dass im Fall des Verkaufs der Firmenkundenbank das Privatkundengeschäft in die Allianz integriert werde. Nach einem möglichen Kauf der Postbank sei auch ein "unbelasteter" neuer Name möglich. Damit wäre dann das Ende der Dresdner Bank besiegelt, die 1872 in Dresden gegründet wurde.

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