Deutsche Bahn Neue Streikgefahr

Der Tarifstreit der Bahn mit der Lokführergewerkschaft geht plötzlich weiter. Die Bahn hat die Verhandlungen ausgesetzt. Sie verlangt, dass die Gewerkschafter das bisherige Verhandlungsergebnis unterschreiben. Die GDL drohte daraufhin mit neuen Streiks.

Berlin - Die Deutsche Bahn und die Gewerkschaft Deutscher Lokführer (GDL) haben ihre Verhandlungen über einen Grundlagentarifvertrag am Montag ohne Einigung beendet. Die Bahn erklärte die Gespräche für "unterbrochen", die GDL für "abgebrochen". Der Vertrag soll die künftige Zusammenarbeit regeln. Das Unternehmen verlangt vor weiteren Verhandlungen die Unterschrift unter den am 30. Januar ausgehandelten "eigenständigen Tarifvertrag".

Die Bahn sei nach wie vor verhandlungsbereit, sagte ein Bahn-Sprecher. Die Arbeitgebervertreter hätten sich den gesamten Dienstag für Verhandlungen frei gehalten. Voraussetzung sei allerdings, dass die GDL "endlich das Verhandlungsergebnis vom 30. Januar akzeptiert und unterschreibt".

Die Bahn nannte es unbegreiflich, dass die GDL-Gremien den Details des eigenständigen Tarifvertrages für die Lokführer schon zugestimmt hätten, die Verhandlungsführer sich aber gleichzeitig strikt weigerten, das Papier zu unterschreiben. Solange dies nicht geschehen sei, "gibt es keine neuen Verhandlungen".

Der stellvertretende GDL-Vorsitzende Claus Weselsky sagte, die Verhandlungen seien von der Bahn abgebrochen worden. Ob es nun wieder zu Streiks kommen werde, liege in den Händen der Bahn. Die GDL wolle am Dienstag über Details informieren. Die Gewerkschaft hatte zuvor der Bahn ein Ultimatum bis zum Freitag, 7. März, für ein Ende der Verhandlungen gesetzt. "Dann wird der Tarifvertrag unterschrieben oder die Gremien beraten, wie es weitergeht", sagte Manfred Schell, Vorsitzender der Lokführergewerkschaft.

Der Lokführertarifvertrag, der erst 8 Prozent und ab September weitere 3 Prozent durchschnittliche Entgelterhöhung für die Lokführer vorsieht, soll ab 1. März gelten. Außerdem sieht er eine Einmalzahlung von 800 Euro für die tariflose Zeit ab 1. Juli 2007 vor, die inzwischen ausbezahlt sein dürfte.

Die Bahn erwartet zusätzlich, dass sich die GDL mit ihr auf den Grundlagenvertrag einigt, der den formalen Geltungsbereich ihrer Verhandlungshoheit regelt, also etwa die Frage, auf welche Konzerngesellschaften sie sich erstreckt.

manager-magazin.de mit Material von dpa und reuters

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