Sonntag, 18. August 2019

Vertrauensranking Es bleibt immer etwas hängen

Die Bundesrepublik ist im Razzienfieber - und ganz nebenbei hat die Deutsche Post ihren langjährigen Konzernchef verloren. Wie stark hat der Steuerskandal das Unternehmen getroffen? Holt der neue Chef, Frank Appel, die Post aus den Negativschlagzeilen? Der Vertrauensindex CTI gibt Anhaltspunkte.

Leipzig - Schmiergeldaffären, Rotlichtprozesse oder auch bloß Massenentlassungen bei gleichzeitigen Gewinnmeldungen - das Publikum ist inzwischen einiges gewohnt von der Managerkaste. Doch als Post-Chef Klaus Zumwinkel vor zwei Wochen bei laufenden Kameras von Staatsanwälten abgeholt wurde, war ein neuer Höhepunkt erreicht. Das Land debattiert seither über die Moral der Wirtschaftseliten.

Schlimm für die Post Börsen-Chart zeigen - gut für die Post. Zunächst schien der Konzern zusammen mit seinem Chef am Pranger zu stehen. Weil die Führungsfrage aber bald gelöst werden konnte, ist es rasch wieder still geworden um das Unternehmen.

Hat der gelbe Riese durch die Causa Zumwinkel Schaden genommen in der öffentlichen Wahrnehmung? Und wie könnte die Entwicklung weitergehen?

Ende Januar lag der Konzern noch mit 0,5 Zählern im Mittelfeld des Corporate Trust Indexes (CTI) von PMG Presse-Monitor und der Universität Leipzig. Nun belegt er aktuell den vorletzten Platz mit minus 83 Zählern auf der Skala von minus 150 bis 100. Der CTI ist der Saldo der positiven und negativen Berichterstattung zu Vertrauensfaktoren in 13 deutschen Meinungsführermedien (siehe Methode).

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