Norddeutsche Affi Kartellamt untersagt Kovats-Beteiligung

Das Bundeskartellamt hat die Beteiligung des österreichischen Investors Mirko Kovats an der Norddeutschen Affinerie als wettbewerbswidrig untersagt. Die Wettbewerbshüter ordneten die Ausflösung des bereits vollzogenen Zusammenschlusses an.

Hamburg - Das Bundeskartellamt hat dem österreichischen Investor Mirko Kovats die Aufstockung seines Anteils an der Norddeutschen Affinerie (NA)  untersagt. Der Anteil der Kovats-Holding A-Tec in Höhe von 13,75 Prozent an der NA stelle einen aus Sicht des freien Wettbewerbs erheblichen Einfluss auf das Hamburger Unternehmen dar, teilten die Wettbewerbshüter am Donnerstag mit.

Gleichzeitig wurde die Auflösung des bereits vollzogenen Zusammenschlusses angeordnet. Dieser hätte zur Entstehung von Marktbeherrschung auf dem Markt für sauerstofffreie Kupferstranggussformate geführt, erklärte die Wettbewerbsbehörde. A-Tec müsse sich nun von allen Anteilen trennen, sagte eine Sprecherin der Behörde.

Management und Aufsichtsrat von Europas größtem Kupferproduzenten NA haben sich monatelang gegen die Einflussversuche Kovats gewehrt. NA ist derzeit damit beschäftigt, seinen belgischen Konkurrenten Cumerio komplett zu übernehmen.

A-Tec will nun gerichtlich gegen die Verfügung des Bundeskartellamts vorgehen, nach der A-Tec alle Anteile an der NA abgeben muss. Damit untersage die Behörde der A-Tec für die am Freitag stattfindende Hauptversammlung der NA auch die Wahrnehmung von 5 Prozent der Stimmrechte, heißt es in einer am Donnerstag in Wien verbreiteten Stellungnahme. Das Bundeskartellamt verweigere der A-Tec ausreichendes rechtliches Gehör und füge dem Unternehmen erheblichen wirtschaftlichen Schaden zu.

Die Aktien von A-Tec haben am Donnerstag nach Zahlen deutliche Verluste verbucht. Bis 14 Uhr rutschten A-Tec an der Wiener Börse um 8,17 Prozent auf 61,07 Euro ab. Der Austrian-Traded-Index rückte unterdessen um 0,02 Prozent auf 3.958,00 Zähler vor.

Analysten vermuteten als Hintergrund in den Zahlen enthaltene Einmaleffekte und die Entscheidung des Bundeskartellamts . Die am Morgen vorgelegten Zahlen selbst zeigten einen Anstieg von 48 Prozent im Umsatz und von 31 Prozent im Betriebsergebnis und lagen damit über den Analystenprognosen.

"Die Zahlen lagen eine Spur über meinen Erwartungen", meinte UniCredit-Analyst Harald Weghofer in einer ersten Reaktion. Als Mitgrund für die negative Börsenreaktion vermutet er Einmaleffekte, die das Ergebnis positiv beeinflusst haben: "In den Zahlen gab es Einmaleffekte, die manche Investoren überrascht haben könnten".

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx, ddp und reuters

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