RBS Schotten schreiben Milliarden ab

Die Royal Bank of Scotland hat ihren Gewinn im abgelaufenen Jahr trotz Milliardenabschreibungen gesteigert und eine höhere Dividende angekündigt. Der Vorsteuergewinn wuchs einschließlich der übernommenen Teile der niederländischen Bank ABN Amro um 9 Prozent.

Edinburgh - Wegen der Kreditkrise im abgelaufenen Jahr hat die Royal Bank of Scotland (RBS)  unerwartet hohe Abschreibungen verbucht. Wie die Bank am Donnerstag mitteilte, kostete die Schieflage am US-Hypothekenmarkt und die Kreditklemme das Finanzhaus umgerechnet 2,8 Milliarden Euro (2,13 Milliarden Pfund).

Dabei berücksichtigt wurde demnach auch das kürzlich erworbene Großkundengeschäft der niederländischen Bank ABN Amro. Bislang hatte RBS von Abschreibungen in Höhe von 1,6 Milliarden Euro bis Ende November gesprochen. Der Betriebsgewinn stieg im abgelaufenen Geschäftsjahr auf gleichbleibender Basis um 9 Prozent auf 13,5 Milliarden Euro.

RBS-Papiere haben am Donnerstag nach Veröffentlichung der Zahlen 2,93 Prozent auf 422,00 Pence gewonnen. Die Synergien aus der Übernahme von Teilen der niederländischen Bank ABN Amro mit 2,3 Milliarden Euro um ein Drittel höher ausfallen als bislang angekündigt.

Die Royal Bank of Scotland hatte ABN Amro im vergangenen Jahr gemeinsam mit der spanischen Bank Santander und dem belgisch-niederländischen Institut Fortis für insgesamt 71,1 Milliarden Euro übernommen. Auf Fortis entfallen dabei das Filialgeschäft und die Geschäftskundensparte in den Niederlanden sowie die Vermögensverwaltung. Letztere solle in den kommenden Wochen komplett integriert sein, sagte Fortis-Chef Jean-Paul Votron. Die übrigen Sparten sollen bis Ende 2008 und Ende 2009 folgen.

Bei der Integration der übernommenen Teile von ABN Amro sieht sich Fortis auf Kurs. Die von ihr gekauften Sparten der niederländischen Großbank hätten ihren bereinigten Gewinn im abgelaufenen Jahr von 1,158 Milliarden auf 1,335 Milliarden Euro gesteigert, teilte Fortis in Brüssel mit. Insgesamt lag der Überschuss bei 1,400 Milliarden Euro, 580 Millionen Euro weniger als ein Jahr zuvor. Damals habe das Ergebnis von positiven Einmaleffekten profitiert.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx, reuters

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