WestLB "Warum hilft Herr Steinbrück nicht?"

Nordrhein-Westfalen will sich nicht kurzfristig von seinem Anteil an der WestLB trennen, um die Sanierung der Bank zu ermöglichen. Der Finanzminister des Landes wünscht sich dabei Hilfe von Bundesfinanzminister Peer Steinbrück - und setzt weiter auf die Fusion der Landesbank mit der hessen-thüringischen Helaba.

Düsseldorf - Nordrhein-Westfalens Finanzminister Helmut Linssen (CDU) hat Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) aufgefordert, sich für die sieben deutschen Landesbanken einzusetzen. "Der Bundesfinanzminister hilft der IKB, die erhebliche Verluste aus dem Geschäft mit Risikopapieren aus den USA verzeichnet. Warum hilft Herr Steinbrück aber nicht den öffentlich-rechtlichen Banken?", sagte Linssen der "Welt am Sonntag".

Linssen lehnte es ab, den Anteil des größten deutschen Bundeslandes von 38 Prozent an der WestLB kurzfristig zu verkaufen. "Die Sanierung der Bank wird sicherlich drei bis fünf Jahre in Anspruch nehmen", sagte der Minister der Zeitung. "In dieser Zeit müssen die Eigentümer zu ihrer Verantwortung stehen. Notwendig sind Geduld und Augenmaß. Sonst verlieren nämlich alle Beteiligten viel Geld."

Die angeschlagene Westdeutsche Landesbank wird nach Linssens Worten mit etwa sieben Milliarden Euro bewertet.

Vor der Vorstandssitzung des hessisch-thüringischen Sparkassen- und Giroverbandes zu der geplanten Fusion von WestLB und Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) am kommenden Donnerstag forderte Linssen auch Heinrich Haasis, den Präsidenten des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes, zur Unterstützung auf.

"Wenn Heinrich Haasis es mit der Konsolidierung der Landesbanken ernst meint, wird er seinen Freunden in Hessen nun gut zureden". Hessens Wirtschaftsminister Alois Rhiel (CDU) hatte zuletzt bezweifelt, ob die Helaba-Eigner überhaupt Interesse an der Düsseldorfer Bank hätten.

manager-magazin.de mit Material von ddp

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