Siemens Bis zu 3000 Jobs weg

Deutschlands größtes Industrieunternehmen will offenbar Arbeitsplätze streichen. Bundesweit sollen 2000 bis 3000 Jobs bei der Siemens-Tochter Enterprise Networks (SEN) wegfallen, die zum Verkauf steht. Gewerkschafter fordern Hilfe für die Betroffenen.

München - Siemens  will Tausende Angestellte weniger auf der Lohnliste haben. Nach Angaben der "Bild"-Zeitung will das Unternehmen bundesweit 2000 bis 3000 Arbeitsplätze beim Tochterunternehmen Siemens Enterprise Networks (SEN) streichen. Der Personalabbau solle nach Informationen aus Unternehmenskreisen in erster Linie die Verwaltung und Produktion betreffen.

Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" berichtet, Siemens sei wegen höherer Kosten im Vergleich zu Wettbewerbern wie Cisco, Nortel oder Avaya ins Hintertreffen geraten. SEN produziere 30 bis 40 Prozent teurer als die wichtigsten Konkurrenten. Ein wesentlicher Nachteil seien die Arbeitskosten.

Zudem habe sich das Geschäft in den vergangenen Jahren gewandelt, sagen Unternehmenskreise. Verkaufte Siemens früher vor allem Telefonanlagen, sei heute in erster Linie Software dafür gefragt. Daher ist nach Einschätzung in Unternehmenskreisen ein Teil der Stellen überflüssig geworden.

Der geplante Stellenabbau steht nach Informationen der "Bild"-Zeitung aber auch im Zusammenhang mit dem geplanten Verkauf des bereits ausgegliederten Bereichs, der Firmen mit Telefon- sowie Kommunikationsanlagen beliefert und weltweit 17.500 Beschäftigte hat. Von den bundesweit 6200 Angestellten arbeiten 1700 in verschiedenen Fabriken in München.

Siemens will das Geschäft mit Telefonanlagen aufgeben, das lange zum Kerngeschäft des Industriekonzerns gehörte. Siemens werde sich von dem Segment "in naher Zukunft" trennen. "Wir sind in sehr aussichtsreichen Gesprächen mit mehreren Partnern", sagte Siemens-Chef Peter Löscher Bloomberg TV. Dagegen plant er die Bereiche Medizintechnik, Energieanlagen und Industriegeschäft auszubauen.

Die Industriegewerkschaft Metall fordert nun von Siemens Hilfe für die betroffenen Siemens-Beschäftigten. Der bayerische IG-Metall-Bezirksleiter Werner Neugebauer sagte dem Blatt:

"Siemens steht in der Verantwortung für die Beschäftigten. Einen zweiten Fall BenQ  darf es nicht geben. Wir werden von Siemens und dem Käufer verbindliche und überprüfbare Beschäftigungszusagen fordern."

manager-magazin.de mit Material von ddp und dpa

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