ATU Investoren wollen Geld nachschießen

ATU soll von den Finanzinvestoren KKR und Doughty Hanson 140 Millionen Euro frisches Kapital erhalten. Die hoch verschuldete Werkstattkette läuft ansonsten Gefahr, ihre Kredite nicht mehr bedienen zu können. Denn das Wintergeschäft ist hinter den Erwartungen zurückgeblieben.

Frankfurt am Main - Die privaten Finanzinvestoren Kohlberg Kravis Roberts (KKR) und Doughty Hanson wollen sich mit einer Finanzspritze an der Sanierung der verschuldeten deutschen Autowerkstattkette Auto Teile Unger (ATU) beteiligen. "Voraussetzung für die Kapitalspritze ist, dass die Banken dem Konzept zustimmen", sagte ein KKR-Sprecher am Freitag.

Die US-Beteiligungsfirma hält rund 80 Prozent an ATU, Doughty Hanson den Rest. Mit dem Geld wollen die Finanzinvestoren die weitere Unterstützung der ATU-Gläubiger sicherstellen und die strategische Neuausrichtung der Werkstattkette unterstützen. Bis Ende März sei nun ein erfolgreicher Abschluss der Verhandlungen mit den Banken über die neue Finanzierungsstruktur zu erwarten, sagte der KKR-Sprecher. "Der Ball liegt jetzt bei den Banken."

Am Freitag waren Gespräche mit den ATU-Gläubigern angesetzt. Die ATU-Schulden belaufen sich bisher auf rund 800 Millionen Euro. Die beiden Finanzinvestoren stehen unter Druck, da ATU vor allem wegen eines schwachen Winterreifengeschäfts nicht die erhofften Ergebnisse liefert. Der operative Gewinn blieb Bankkreisen zufolge 2007 mit knapp über 100 Millionen Euro hinter den in den Kreditverträgen geforderten Summen zurück. Damit droht ein Rückzug der Gläubiger und auch ein Einstieg von Hedgefonds, die den Beteiligungsfirmen das Leben schwer machen könnten.

KKR setzt auf eine Neuausrichtung der Werkstattkette, die dessen neuer Chef Michael Kern vorantreiben soll. Demnach soll die Abhängigkeit vom Winterreifengeschäft reduziert werden. Die neue Strategie wird ATU zufolge ab sofort umgesetzt. Kern starte bereits am 1. März. Nach bisherigen Planungen sollte er sein neues Amt erst am 1. April antreten.

ATU betreibt 620 markenunabhängige Autowerkstätten in Deutschland, Österreich, Tschechien, den Niederlanden, Italien und der Schweiz. 2006 haben die 15.000 Mitarbeiter einen Umsatz von 1,4 Milliarden Euro erwirtschaftet.

2004 hat KKR für 1,45 Milliarden Euro die Mehrheit an ATU von Doughty Hanson übernommen. Seitdem hält das New Yorker Unternehmen 80 Prozent an ATU. Die übrigen 20 Prozent hält Doughty Hanson. Ein Großteil des Kaufpreises wurde wie bei Private-Equity-Gesellschaften üblich mit Schulden finanziert. Die aufgenommenen Verbindlichkeiten muss ATU aus dem laufenden Geschäft bedienen.

manager-magazin.de mit Material von ddp und reuters

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