Steueraffäre Startet in Rostock neuer Liechtenstein-Krimi?

Der Steuerskandal könnte noch sehr viel größere Ausmaße annehmen als bislang bekannt. Die Staatsanwaltschaft Rostock bestätigte: Ein inhaftierter Erpresser verfüge über mindestens 725 Daten deutscher Kunden der Liechtensteinischen Landesbank LLB.

München – "Wenn der Beschuldigte schlau ist, bietet er uns die Daten an, um seine Strafe zu mildern", sagte Staatsanwalt Peter Lückemann "Focus Online". Es sei nicht auszuschließen, dass der in Rostock inhaftierte mögliche Informant sogar über 1600 weitere Datensätze verfüge.

Die LLB hat mit dem bisherigen Steuerskandal nichts zu tun. Sie ist nach der LGT die zweitgrößte Bank im Fürstentum Liechtenstein. Bei der LLB wurden laut "Focus Online" im Jahr 2003 sensible Daten von einem Mitarbeiter gestohlen, der damit seinen Arbeitgeber erpresste. Unter dem Diebesgut hätten sich 2325 Konteninformationen deutscher Kunden der LLB befunden. Der in Rostock Inhaftierte sei ein mutmaßlicher Komplize des Liechtensteiner Erpressers.

Nach einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" (Freitagausgabe) ermittelt die Rostocker Staatsanwaltschaft bereits seit Monaten gegen die Erpresser. Sollten die Ermittler die Datei von den Beschuldigten bekommen, würden steuerstrafrechtliche Vorermittlungen eingeleitet, sagte Oberstaatsanwalt Lückemann der Zeitung.

Dem Bericht zufolge wurden bereits vor sechs Jahren von einem Angestellten der Liechtensteiner Landesbank die Daten von mehr als 2000 Konten kopiert, auf denen er Schwarzgeld vermutete. Ähnlich wie bei der Fürstenbank sollen die Kunden insgesamt ein Vermögen in Milliardenhöhe angelegt haben. Als der untreue Angestellte das Geldinstitut erpressen wollte, sei er gefasst und verurteilt worden. Seine Liste aber sei an deutsche Kriminelle gelangt, die die Landesbank erpresst haben sollen.

manager-magazin.de mit Material von ddp

Mehr lesen über
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.