Steueraffäre Bankier bedauert Gestapo-Vergleich

Der Präsident der Schweizerischen Bankiervereinigung, Pierre Mirabaud, hat in einem TV-Interview deutsche Steuerfahnder mit der Gestapo verglichen. Gegenüber manager-magazin.de bedauert die Vereinigung die verbale Entgleisung ihres Präsidenten.

Hamburg/Basel – Der Vorsitzende der Schweizerischen Bankiervereinigung hat das Vorgehen der deutschen Steuerfahnder mit dem Nationalsozialismus in Zusammenhang gebracht.

"Das sind Methoden, die leider ein bisschen an Gestapo würdige Methoden erinnern", hatte Pierre Mirabaud am Mittwochabend erklärt. Der Satz war während eines Kurzinterviews der französischsprachigen Tagesschau des Senders TSR gefallen.

Thomas Sutter, Sprecher der Bankiervereinigung mit Sitz in Basel, bestätigte auf Anfrage von manager-magazin.de: "Ja, das hat er gesagt." Der Genfer Privatbankier vertritt mit rund 350 Schweizer Banken alle führenden Institute. Mirabaud bedaure diesen "unglücklichen Vergleich" sehr. Er habe weder den BND noch die deutschen Steuerfahndungsbehörden mit der Gestapo vergleichen wollen, sagte der Sprecher.

Der Genfer Privatbankier Mirabaud vertritt mit rund 350 Schweizer Banken alle führenden Institute. Die Schweiz sieht Mirabaud jedoch nicht im Fadenkreuz deutscher Steuerermittler. Das deutsche Steuersystem müsse attraktiver gemacht werden, forderte der Bankier weiter. Er entgegnete damit der Frage, ob Schweizer Bankangestellte gegen Bezahlung bereit wären, als potenzielle Informanten zu fungieren.

Der deutsche Auslandsgeheimdienst BND hatte Informationen über steuerflüchtige Deutsche an die Steuerfahndung weiterleitet und für den Kauf der Daten Millionen gezahlt.

Die Geheime Staatspolizei (Gestapo) fungierte als politische Polizei zur Zeit des Nationalsozialismus. In dem NS-Staat besaß die Gestapo weitreichende Befugnisse bei der Bekämpfung politischer Gegner des NS-Regimes.

Die Schweiz sieht Mirabaud nicht im Fadenkreuz deutscher Steuerermittler. Das deutsche Steuersystem müsse attraktiver gemacht werden, forderte der Bankier in dem Interview weiter. Er entgegnete damit der Frage, ob Schweizer Bankangestellte gegen Bezahlung bereit wären, als potenzielle Informanten zu fungieren.

manager-magazin.de

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