Steueraffäre Fahnder ermitteln gegen Banker

Bei ihren Ermittlungen in der Steueraffäre haben die Fahnder nach Angaben der Staatsanwaltschaft Bochum auch Mitarbeiter deutscher Banken im Visier. Darunter sind auch drei Mitarbeiter des Bankhauses Metzler.

Bochum - Die Bochumer Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen bei Banken im Zuge der Liechtensteiner Steueraffäre bestätigt. "Wir sind bei manchen Banken gewesen", sagte Oberstaatsanwalt Hans-Ulrich Krück am Donnerstag in Bochum.

Die Ermittlungen hätten sich aber nicht gegen die Banken selbst gerichtet. Es sei um Konten von Beschuldigten gegangen oder um einzelne Angestellte, die im Verdacht stünden, Kontakte zu Stiftungen in Liechtenstein zu unterhalten oder sich im Zusammenhang mit Kunden mit solchen Stiftungen beschäftigt zu haben. Weitere Einzelheiten wollte Krück nicht nennen.

Die Bochumer Staatsanwaltschaft ermittelt im in diesem Zusammenhang auch gegen drei Mitarbeiter des Bankhauses Metzler, wie das Institut am Donnerstag Nachmittag mitteilte.

Die Bank betonte zugleich, Metzler habe weder für sich oder Dritte in Liechtenstein Stiftungen errichtet oder Kunden in diese Richtung beraten. Auch habe das Bankhaus Metzler zu keiner Zeit im Privatkundengeschäft ausländische Niederlassungen betrieben.

Im Fokus der aktuellen steuerlichen Ermittlungen stünden ursprünglich 16 Geschäftsverbindungen nach Liechtenstein, teilte das Bankhaus weiter mit. In maximal 7 Fällen könnten inländische Steuerpflichtige betroffen sein. Diese Kontoverbindungen wurden bereits in den Jahren 1998 bis 2006 beendet. Das für diese Kontoinhaber verwaltete Vermögen - nicht die etwaigen steuerpflichtigen Beträge - hatte insgesamt ein Volumen von unter 6 Millionen Euro.

Deutsche Banker als Verwalter der Stiftungen

Zuvor hatte die "Süddeutsche Zeitung" (Donnerstagausgabe) berichtet, dass Privatbanken und andere Geldinstitute in Deutschland angeblich liechtensteinische Stiftungen verwaltet haben sollen. Entsprechende Indizien hätten Fahnder bei ihren Ermittlungen wegen Steuerhinterziehungen in dem Fürstentum gefunden.

Insgesamt solle es sich nach bisherigen Erkenntnissen um etwa 50 Stiftungen handeln, auf deren Konten hohe Millionenbeträge lagerten. Auch sollen Kunden von diesen Kredithäusern gezielt über Liechtenstein-Stiftungen beraten worden sein. In einigen Fällen soll von diesen Banken unter Codewörtern auch Geld auf die Konten liechtensteinischer Stiftungen überwiesen worden sein.

Seit Montag durchsuchen Steuerfahnder bundesweit Banken, Privatwohnungen und Büros. Begonnen hatten die Aktionen vergangene Woche mit einer Razzia beim inzwischen zurückgetretenen Postchef Klaus Zumwinkel. Ihn haben die Staatsanwälte im Verdacht, rund eine Million Euro hinterzogen zu haben. Den Ermittlern liegen nach Angaben der Bundesregierung die Daten über 1000 mutmaßlicher Steuersünder vor.

manager-magazin.de mit Material von dpa und reuters

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