Kreditkrise Dresdner muss Zweckgesellschaft stützen

Die Dresdner Bank muss ihrer Zweckgesellschaft K2 unter die Arme greifen. Die Höhe der Unterstützung nennt die Bank nicht. Aus dem Geschäft mit außerhalb der Bilanz geführten Gesellschaften will man sich aber zurückziehen.

Frankfurt am Main - Die Dresdner Bank muss ihrer außerbilanziell geführten Zweckgesellschaft eine Liquiditätslinie anbieten, mit der die Rückzahlung vorrangiger Schulden gewährleistet werden soll. Wie die Verluste schreibende Tochter der Allianz  am Donnerstag mitteilte, wird die Eigenkapitalausstattung der Bank dadurch nicht signifikant beeinträchtigt. Zur Höhe der Unterstützung für K2 machte ein Sprecher keine Angaben.

Weltweit sind die oft von Banken verwalteten Zweckgesellschaften im Zuge der Finanzkrise in Bedrängnis geraten, da sie gleich doppelt von den Turbulenzen betroffen sind: Zum einen hat sich für sie die kurzfristige Schuldenaufnahme drastisch verteuert und zum anderen sank der Wert ihres stark aus komplexen Schuldverschreibungen bestehenden Anlagevermögens. Viele Institute mussten ihren SIVs unter die Arme greifen, einige nahmen sie sogar auf die eigenen Bücher.

Das von der Investmentbank-Tochter Dresdner Kleinwort betreute Vehikel K2 räumte ein, bei einigen Papieren möglicherweise keine Zinszahlungen mehr leisten zu können. Ein Dresdner-Sprecher betonte, das finanzielle Risiko des Instituts bei K2 sei überschaubar. Die Bank sei bislang nur mit einem kleinen zweistelligen Millionenbetrag bei der Gesellschaft engagiert. Sollten Investmentvehikel in Schwierigkeiten geraten, warnen Experten aber vor erheblichen Reputationsverlusten für die verwaltende Bank. Daher sehen sich diese oftmals zu Stützungen gezwungen.

Rückzug aus Geschäft mit Zweckgesellschaften geplant

Wohl auch vor diesem Hintergrund will sich Dresdner Kleinwort aus dem Geschäft diesen außerbilanziellen Zweckgesellschaften (SIVs) zurückziehen, wie Allianz-Chef Michael Diekmann am Donnerstag in München zur Bilanzvorlage erklärte. Dieses Geschäft habe keine große Zukunft, so der Allianz-Chef.

Seit Beginn der Krise im vergangenen Sommer haben Zweckgesellschaften massiv Wertpapiere verkauft, um ihre Risiken abzubauen. Der Dresdner Bank zufolge reduzierte K2 das Anlagevolumen seit Juli auf 18,8 Milliarden Dollar von damals noch mehr als 31 Milliarden Dollar. Die Gesellschaft habe aber kein direktes Engagement in US-Ramschhypotheken. Der Abbau des Wertpapierbestands gehe kontinuierlich weiter, sagte ein Sprecher. K2 auf die eigenen Bücher zu nehmen, sei keine Option.

Anleiheversicherer: Kreditrisiko von 800 Millionen Euro

Die Allianz teilte am Donnerstag darüber hinaus mit, dass die Dresdner Bank im Zusammenhang mit Anleiheversicherern ein Netto-Kreditrisiko von 800 Millionen Euro trägt. Dieses komme aber erst zum Tragen, wenn einer der auch Monoliner genannten Anleiheversicherer ausfalle, sagte Allianz-Vorstandsmitglied Helmut Perlet am Donnerstag. Brutto sei die Dresdner Bank mit 1,2 Milliarden Euro in der Haftung. Allerdings habe sie sich für 400 Millionen Euro wiederum bei Dritten abgesichert. Monoliner wie MBIA und Ambac sind durch die Kreditkrise in Schieflage geraten.

Dresdner: 600 Millionen Euro Verlust im vierten Quartal

Die Dresdner Bank ist seit langem das Sorgenkind der Allianz. Im vierten Quartal musste sie wegen neuer Abschreibungen, die auf die US-Immobilienkrise und ihre Nachwehen an den weltweiten Börsen zurückgehen, einen Nettoverlust von knapp 600 Millionen Euro verschmerzen.

Im Gesamtjahr brach der Überschuss der Dresdner um 59 Prozent auf im Branchenvergleich magere 366 Millionen Euro ein. Die Abschreibungen summierten sich nach bisherigen Aussagen auf rund 1,6 Milliarden Euro. Allianz-Finanzchef Helmut Perlet zeigte sich aber zuversichtlich, dass die Banktochter langfristig auch zur Wertschöpfung des Konzerns beitragen könne.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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