Steueraffäre Informant offenbar in Australien

Der mutmaßliche Informant des BND soll laut "Wall Street Journal" ein ehemaliger Mitarbeiter der Liechtensteiner Bank LGT sein. Auch sein Aufenthaltsort sei bekannt. Derweil streiten BND und das Land Nordrhein-Westfalen offenbar darüber, wer das Informantenhonorar zahlen muss.

New York - Wie das "Wall Street Journal" in seiner Online-Ausgabe am Dienstag berichtete, halte sich der Mann gegenwärtig in Australien auf. Der Mann soll die Daten über Steuerflüchtlinge aus der Bank gestohlen und sie in den vergangenen 18 Monaten neben dem BND verschiedenen Steuerbehörden zum Kauf angeboten haben.

Sein Alter wird Medienberichten zufolge mit Mitte 50 angegeben. Er soll Liechtensteiner Staatsbürger sein.

Derweil streiten der Bundesnachrichtendienst (BND) und das Land Nordrhein-Westfalen laut einem Zeitungsbericht um die Erstattung des Millionen-Honorars für den geheimen Informanten. Wie die "Bild"-Zeitung (Mittwochausgabe) vorab meldet, lehnt die Landesregierung in Düsseldorf bislang eine Beteiligung an den BND-Auslagen in Höhe von 4,6 Millionen Euro ab.

Das Geld war vom deutschen Auslandsgeheimdienst für die Beschaffung einer bei der Liechtensteiner LGT-Bank entwendeten DVD mit den Daten deutscher Steuersünder gezahlt worden.

NRW will nicht für DVD zahlen

Der BND beruft sich bei seiner Geldforderung dem Bericht zufolge auf ein Rechtshilfeersuchen, das das Land Nordrhein-Westfalen angeblich gestellt hatte. Nordrhein-Westfalens Finanzminister Helmut Linssen (CDU) habe jedoch eine Zahlungsverpflichtung bestritten, will die Zeitung aus dem Bundestags-Haushaltsausschuss erfahren haben.

Eine Sprecherin des Düsseldorfer Finanzministeriums sagte dem Blatt, es sei "völlig offen", ob, und wenn ja, in welcher Höhe das Land Nordrhein-Westfalen für BND-Auslagen in der Steueraffäre aufkommen müsse. Die Sprecherin wies auf den erheblichen Beitrag hin, den die Steuer- und Strafverfolgungsbehörden in Nordrhein-Westfalen bei der bundesweiten Fahndung nach Steuersündern leisteten.

manager-magazin.de mit Material von ddp

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