Siemens Energiesektor droht Fehlstart

Der Siemens-Konzern droht, seine Margenziele im neu geschaffenen Sektor Energie zu verfehlen. Hauptgrund dafür sind nach Informationen von manager magazin erhebliche Verluste bei konventionellen Kraftwerken. Der ehemalige VDO- und jetzige Energie-Chef Wolfgang Dehen plant, verstärkt in Indien und China zu fertigen.

Hamburg - Der neu geschaffene Siemens-Sektor Energie droht, seine Margenziele von 11 bis 15 Prozent zu verfehlen. In der Division konventionelle Kraftwerke entstanden erhebliche Verluste, weil angesichts steigender Rohstoffpreise etliche Großprojekte aus dem Ruder liefen. Dies berichtet das manager magazin in seiner neuen Ausgabe, die ab Freitag (22. Februar), am Kiosk erhältlich ist.

Der Versuch des Konzerns, die Zulieferer - insbesondere Baufirmen - an den höheren Kosten zu beteiligen, misslang, da die Partner auf ihre Verträge pochten. So blieben bei Siemens  bereits im ersten Quartal des Geschäftsjahres (zum 30. September) Belastungen von mehr als 200 Millionen Euro hängen und drückten die Marge des Bereichs Energieerzeugung auf 4,5 Prozent. Auch die Energieverteilung lag mit 10,4 Prozent Marge unter dem Soll.

Der Margenschwäche will der neue Sektor-CEO Wolfgang Dehen laut manager magazin mit Effizienzsteigerungen durch verstärkte Produktion in China und Indien entgegenwirken. So sollen die Lieferanten besser in die Geschäftsabläufe integriert und die Lieferketten professioneller gesteuert werden.

Überprüfen will Dehen zudem, wie viele schlüsselfertige Kraftwerke Siemens in Zukunft überhaupt noch bauen wird, da solche Projekte riskanter und weniger lukrativ sind als der reine Verkauf von Komponenten. Deshalb suche der neue Energie-Chef "eine neue Balance zwischen Lösungs- und Produktgeschäft".