Kreditkrise Auch Düsseldorfer Hypothekenbank betroffen

Die Kreditkrise trifft auch die Häuser der zweiten und dritten Reihe - die Düsseldorfer Hypothekenbank zum Beispiel. Sie musste eine niedrige zweistellige Millionensumme abschreiben und plant einen Kurswechsel.

Düsseldorf - Die Folgen der Finanzkrise haben den Gewinn der Düsseldorfer Hypothekenbank im vergangenen Jahr aufgezehrt und zwingen das Institut zu einem Kurswechsel. Die Bank habe 2007 wegen der Marktturbulenzen eine niedrige zweistellige Millionensumme auf ihr Wertpapierportfolio abgeschrieben, sagte Vorstand Wolfgang Hampel am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters.

Daher sei im Gesamtjahr nur mit einem ausgeglichenen Ergebnis zu rechnen. Ein Jahr zuvor waren es noch 22 Millionen Euro Gewinn. Die Bank betonte aber, nicht in strukturierte Papiere engagiert zu sein, die in irgendeinem Zusammenhang mit US-Ramschhypotheken (Subprime) stehen. Zur Stärkung der Kapitalbasis habe die Unternehmerfamilie Schuppli als Alleinaktionärin der Hypothekenbank 100 Millionen Euro zugeführt, teilte das Institut mit.

Weitere 50 Millionen Euro stünden auf Abruf bereit. Hintergrund der Kapitalerhöhung sei die geplante strategische Neuausrichtung, mit der man sich stärker von der Entwicklung der Kapitalmärkte abkoppeln wolle. Das Institut will den Anteil der gewerblichen Immobilienfinanzierung am Ertrag in den kommenden drei Jahren deutlich auf 80 Prozent ausbauen und im Gegenzug die margenarme Staatsfinanzierung zurückfahren. Dieses noch dominante Geschäft sei wegen des intensiven Einsatzes von Derivaten besonders von der Lage an den Finanzmärkten abhängig, teilte die Bank mit.

Die Bank mit einer Bilanzsumme von knapp 27 Milliarden Euro reagiert damit auch auf auch einen von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) in Auftrag gegebenen Sonderbericht der KPMG-Wirtschaftsprüfer. Darin sei eine Prüfung der Strategie und eine Kapitalzufuhr gefordert worden. Für 2008 gab sich Hampel zuversichtlich, wieder Gewinne zu schreiben. Allerdings werde das Ergebnis wohl knapp unter dem von 2006 liegen. Die Analysten der Ratingagentur Fitch äußerten aber Zweifel, ob die neue Strategie der Bank greift. Sie senkten das langfristige Emittenten-Rating der Düsseldorfer Bank, die sich weitgehend über öffentliche Pfandbriefe refinanziert, auf "BBB-" von "BBB".

Zudem reduzierten sie den Ausblick auf "Negativ", was mittelfristig eine weitere Herabstufung und eine Verteuerung der Refinanzierung wahrscheinlich macht. Die Familie Schuppli hatte ihre Beteiligung an der Essen Hyp vor kurzem an die Commerzbank verkauft, die den Staatsfinanzierer in ihre Tochter Eurohypo integrieren will.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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