Arcandor Einbußen im ersten Quartal

Arcandor musste im ersten Quartal seines Geschäftsjahres Umsatzeinbußen hinnehmen. Einen Vergleich mit dem Vorjahr findet das Unternehmen wegen der Erhöhung der Mehrwertsteuer schwierig.

Essen - Die aus dem KarstadtQuelle-Konzern hervorgegangene Arcandor  hat im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2007/2008 Umsatzeinbußen verzeichnet. Der bereinigte Umsatz fiel von Oktober bis Dezember um 2,2 Prozent auf 4,72 Milliarden Euro, wie der Handels- und Touristikkonzern am Donnerstag in Essen mitteilte.

Allerdings sei ein Vorjahresvergleich unter anderem wegen der Mehrwertsteuererhöhung schwer möglich. Zudem werde jetzt die Strategie "Marge vor Marktanteil" verfolgt. Zahlen zum Quartalsüberschuss wurden nicht genannt.

Nach Angaben von Arcandor erhöhte sich das bereinigte operative Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) um 9,6 Prozent auf 204 Millionen Euro. Das Unternehmen zeigte sich insgesamt zufrieden mit dem Start ins neue Geschäftsjahr. Allerdings mit Ausnahmen: "Mit dem Warenhaus waren wir (...) in diesem Quartal nicht zufrieden", sagte der Arcandor-Vorstandsvorsitzende Thomas Middelhoff. Deswegen würden auch personelle Veränderungen vorgenommen.

Die positive Entwicklung sei vor allem vom Konzern Thomas Cook ausgegangen. Die Reisetochter von Arcandor steigerte ihr Ebitda um 61 Millionen Euro auf 32 Millionen Euro. Thomas Cook hat einen Anteil am Jahresumsatz bei Arcandor von rund 60 Prozent.

Die Versandhandelssparte Primondo, zu der unter anderem Quelle gehört, erhöhte Umsatz und Ergebnis. Das bereinigte Ebitda wuchs um 9 Prozent auf 35,7 Millionen Euro. Das Unternehmen will übrigens laut ihrem Chef Marc Sommer ihre Call-Center nun doch behalten. "Damit bleiben 4700 Mitarbeiter im Konzern", sagte der Primondo Chef Marc Sommer der "Welt".

Und weiter: "Wir sind bei der Sanierung so weit gekommen, dass wir durch eine Ausgliederung weder eine Kostenersparnis noch eine Leistungsverbesserung hätten", sagte Sommer. "Und wenn niemand die Dienstleistung günstiger anbietet, dann können wir sie auch gleich selber machen," begründete Sommer laut dem Blatt die Entscheidung.

Ende Januar hatte die "Leipziger Volkszeitung" unter Berufung auf Betriebsratskreise berichtet, die Primondo-Gruppe wolle drei Call Center in Deutschland zum Sommer schließen. Im November hatte die Primondo-Gruppe, zu der auch das Versandhaus Quelle gehört, die Schließung eines Call-Centers in Dänemark zum 30. April 2008 angekündigt.

Einbußen bei Warenhäusern

Einbußen bei Warenhäusern

Einbußen musste Arcandor bei den Warenhäusern hinnehmen. Karstadt verzeichnete im ersten Quartal einen Umsatzrückgang von 8,1 Prozent auf 1,32 Milliarden Euro. Das Ebitda sank um 45,8 Millionen Euro auf 136 Millionen Euro. Als Gründe nannte das Unternehmen großflächige Umbauten und die Integration von 2000 Markenshops in die Filialen. Aufgrund des Umsatzrückgangs ordne der Karstadt-Chef Peter Wolf die Geschäftsführung von Karstadt mit sofortiger Wirkung neu, teilte Arcandor mit. Stefan Herzberg werde ab 1. März die Geschäftsführung personell verstärken.

Für das laufende Geschäftsjahr zeigte sich der Handels- und Touristikkonzern erneut optimistisch und bestätigte seine Prognosen. Geplant sei ein Konzernumsatz von mehr als 23 Milliarden Euro, ein bereinigtes Ebitda von mehr als 1,3 Milliarden Euro und ein Ebit von mehr als 850 Millionen Euro.

manager-magazin.de mit Material von ddp und dpa

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