Kreditkrise AIG hat Milliardenproblem

Der weltgrößte Versicherungskonzern AIG ist in Schwierigkeiten. Das Management des Unternehmens hat offenbar Kreditderivate falsch bewertet. Die mögliche Verlusthöhe scheint unklar. Die Kursverluste der AIG-Aktie fallen schon jetzt zweistellig aus.

New York - Der Wert des Kreditderivateportfolios der American International Group (AIG)  ist im Oktober und November wesentlich stärker gesunken als vom Management erwartet. Die New Yorker Versicherung teilte am Montag mit, das Portfolio haben in den beiden Monaten 4,88 Milliarden Dollar an Bruttomarktwert eingebüßt. Im Dezember war das Management von einem Verlust von 1,15 Milliarden Dollar ausgegangen.

Der Kurs der AIG-Aktie brach daraufhin auf den niedrigsten Stand in fünf Jahren ein und zog den gesamten Finanzsektor mit nach unten. Zuletzt notierten AIG-Titel um 11 Prozent schwächer bei 45,05 Dollar. Fitch Ratings hat das Emittentenausfallrating des Versicherungskonzerns bereits unter Beobachtung gestellt.

AIG zufolge hat ihr Buchprüfer PricewaterhouseCoopers eine "erhebliche Schwäche" in der internen Kontrolle der Finanzberichterstattung festgestellt. Die unabhängige Wirtschaftsprüfungsgesellschaft habe sie auch auf Mängel bei der Überwachung der Bewertungsmethoden der langfristigen Kreditderivate hingewiesen.

In einer Mitteilung an die amerikanische Börsenaufsicht schreibt der New Yorker Versicherungskonzern, man arbeite noch an der Neubewertung der möglichen Verluste bei Garantien, die AIG für besicherte Papiere gegeben habe. Wie hoch die Bewertungsverluste für die Derivate seien, die noch in die Ergebnisse des Jahres 2007 eingearbeitet werden müssten, stehe noch nicht fest.

Morgan-Stanley-Analyst Nigel Dally zufolge müssen sich Anleger nun auf erhebliche Einschnitte einstellen. Er geht von einem Verlust von knapp 5 Milliarden Dollar im anstehenden Quartalsergebnis aus. Im dritten Quartal hatte AIG wegen der Hypothekenkrise bereits einen Gewinneinbruch um ein Drittel verzeichnet.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx und reuters

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