Konjunktur Industrie wächst weiter

Die Industrie hat 2007 ihr drittstärkstes Umsatzplus seit der Wiedervereinigung erreicht. Auf Rekordfahrt bleiben die Unternehmen aber wohl nicht: Im laufenden Jahr dürfte das Wachstumstempo nachlassen, aber hoch genug für viele neue Jobs bleiben. 

Berlin - Das Verarbeitende Gewerbe Deutschlands hat im vergangenen Jahr 6 Prozent mehr verkauft als im Jahr davor, teilte das Statistische Bundesamt mit. Damit blieb die Industrie nur knapp unter ihrem bisherigen Rekord aus den Jahren 2000 und 2006, als die Firmen um 6,6 Prozent verglichenmit der jeweiligen Vorjahresperiode zulegen konnte.

"Der Industrie ist ein bemerkenswertes Comeback gelungen", sagte dazu Volker Treier, Chefvolkswirt des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK). Allein im Vorjahr hätten die Industrieunternehmen hierzulande 100.000 Menschen zusätzlich eingestellt.

Der DIHK sagte für dieses Jahr allerdings ein schwächeres Wachstum voraus. Schon Ende 2007 seien die Geschäfte nicht mehr so gut gelaufen: Im November und Dezember habe der Umsatz jeweils nur noch um 3,7 Prozent zugelegt. Garant des Aufschwungs war über das Jahr verteilt das Auslandsgeschäft, das im vergangenen Jahr mit 8,7 Prozent überdurchschnittlich wuchs. Im Inland kletterte der Umsatz mit 3,9 Prozent deutlich schwächer.

Die Bereitschaft zu investieren und neueinzustellen ließ bei den rund 300 befragten Firmen dann auch zuletzt leicht nach. Dennoch sollen erneut rund 100.000 neue Jobs in der Industrie entstehen, erwartet der DIHK bislang. Neue Prognosen werden an diesem Donnerstag veröffentlicht. Darin wird dann erstmals auch der Börsencrash von Ende Januar berücksichtigt.

Nach einer andereren Umfrage peilen allerdings fast zwei Drittel der Industrieunternehmen in den kommenden zwölf Monaten wieder bessere Geschäfte als zuletzt an. Impulse werden vor allem aus Asien und anderen Schwellenländern erwartet, hieß es in der Studie des Forschungsinstituts NTC im Auftrag der Wirtschaftsberatung KPMG.

Erfolgreichste Branche blieb nach DIHK-Angaben zuletzt der Maschinenbau mit einem Umsatzplus von 10,5 Prozent. Auch die Zukunft der Branche sieht rosig aus: Im Dezember lagen die Aufträge der Maschinen- und Anlagenbauer preisbereinigt um 14 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats.

Die Hersteller von Metallerzeugnissen (8,7 Prozent), Autos und Autoteilen (7,1) und chemischen Erzeugnissen (6,4) steigerten ihren Umsatz ebenfalls überdurchschnittlich. Den geringsten Zuwachs verzeichnete die Rundfunk- und Nachrichtentechnik mit 3,8 Prozent und das Ernährungsgewerbe mit 2,6 Prozent.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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