Wirtschaftswachstum Bayern ist spitze

Im Jahr 2007 hat Bayern bundesweit das stärkste Wirtschaftswachstum erzielt. In der Rangliste der Bundesländer folgt auf Platz zwei Hamburg. Vorjahressieger Baden-Württemberg büßte an Wachstumskraft ein - bleibt aber in der Spitzengruppe. Überraschend stark schnitten einige Ostländer ab.

Berlin - Bayern hat im vergangenen Jahr bundesweit das größte Wirtschaftswachstum erzielt, Schleswig-Holstein das kleinste. In Bayern kletterte das Bruttoinlandsprodukt 2007 preisbereinigt um 2,9 Prozent und damit stärker als im Bundesdurchschnitt, wie das zuständige Landesamt für Statistik am Mittwoch mitteilte. Alle Länder zusammen hatten ein Plus von 2,5 Prozent verbucht. Gut lief es auch in Hamburg mit einem Plus von 2,8 Prozent sowie in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Sachsen. Diese drei Länder steigerten ihre Wirtschaftsleistung um je 2,7 Prozent zum Vorjahr.

Bruttoinlandsprodukt in den Bundesländern

Wachstum 2006 in Prozent Wachstum 2007 in Prozent
Baden-Württemberg 4,4 2,7
Bayern 3,3 2,9
Berlin 1,2 1,8
Brandenburg 1,3 2,2
Bremen 2,0 2,0
Hamburg 2,9 2,8
Hessen 2,8 2,2
Mecklenburg-Vorpommern 1,5 2,5
Niedersachsen 2,4 1,8
Nordrhein-Westfalen 2,6 2,6
Rheinland-Pfalz 2,4 2,7
Saarland 2,0 2,3
Sachsen 2,8 2,7
Sachsen-Anhalt 1,8 2,4
Schleswig-Holstein 2,5 1,4
Thüringen 2,7 1,9
Deutschland
2,9
2,5
Quelle: Arbeitskreis volkswirtschaftliche Gesamtrechnung

Die Entwicklung in Ost und West unterschied sich kaum. Die neuen Länder (ohne Berlin) lagen mit 2,4 Prozent knapp hinter den alten Ländern, die wie im Bundesdurchschnitt um 2,5 Prozent zulegten. Schleswig-Holstein schaffte nur ein mageres Plus von 1,4 Prozent. In den meisten Bundesländern sorgte die gute Entwicklung im Verarbeitenden Gewerbe für anhaltenden Aufschwung. Bundesweit verbuchte dieser Bereich einen Anstieg um 6,2 Prozent. Bayern übertraf den Schnitt auch hier mit einem Plus von 6,8 Prozent.

Gegenläufig entwickelte sich dagegen der Norden: Während Hamburgs Wirtschaft fast so kräftig wuchs wie der bayerische Spitzenreiter, lief es in Schleswig-Holstein deutlich schlechter. Hier sorgten außergewöhnliche Ereignisse wie die Abschaltung der beiden Atomkraftwerke Brunsbüttel und Krümmel zu deutlichen Produktionsrückgängen im Energiebereich. Auch entwickelte sich das Verarbeitende Gewerbe deutlich unterdurchschnittlich und fiel somit als Wachstumsmotor aus.

Für dieses Jahr erwartet die Bundesregierung, dass die deutsche Wirtschaft um 1,7 Prozent zulegt - nach dem Boomjahr 2006 mit einem Plus von 2,9 Prozent wäre dies eine weitere Abkühlung. Dass es in Folge der weltweiten Finanzmarktkrise hierzulande zu einer Rezession, also schrumpfenden Wachstumsraten, kommen wird, halten Experten derzeit aber für unwahrscheinlich. Die zuletzt überraschend schwache Entwicklung der US-Konjunktur bleibt aber nach Einschätzung von Volkswirten ein Risikofaktor.

manager-magazin.de mit Material von reuters