Autoindustrie BMW will sechs Milliarden Euro einsparen

BMW konkretisiert seine Einsparpläne. Der Konzern will seine Personalkosten mit dem bereits angekündigten Abbau von mehreren tausend Stellen um bis zu 500 Millionen Euro jährlich drücken. Noch größeres Einsparpotenzial sieht der Autobauer bei den Materialkosten.

München - Der Automobilhersteller BMW  will bis zum Jahr 2012 rund sechs Milliarden Euro einsparen. Um bis dahin eine Umsatzrendite zwischen 8 und 10 Prozent zu erreichen, möchte das Unternehmen die Kosten für den Materialeinkauf um vier Milliarden Euro drücken.

Die Personalkosten sollen jährlich um 500 Millionen Euro sinken, so Finanzvorstand Michael Ganal auf einer Investorenkonferenz in London. Von den sechs Milliarden Euro, die BMW in den kommenden fünf Jahren insgesamt einsparen will, entfielen zwei Drittel auf den Bereich Materialkosten. Wie vom manager magazin bereits berichtet wird dies vor allem auf Kosten der Zulieferer geschehen. Damit konkretisierte BMW erstmals sein Sparprogramm, das Ende September verkündet worden war.

Der Autobauer will den Verfall seiner Gewinnmargen in den vergangenen Jahren stoppen. "Die strategische Neuausrichtung geht jetzt in die entscheidende Phase", sagte Vorstandschef Norbert Reithofer: "Wir legen im laufenden Jahr die Grundlage für eine Trendwende bei der Profitabilität." Die Konzernführung stellte sich erstmals in der BMW-Geschichte auf einer so genannten Road Show den Investoren.

Wie viele Stellen genau abgebaut werden sollen, ließen Reithofer und Ganal offen. In Branchenkreisen ist von bis zu 8000 Stellen die Rede, die in diesem Jahr wegfallen sollen. Der Konzern betonte erneut, dass in erster Linie Leiharbeiter betroffen seien, die nach Ablauf der Verträge bei anderen Unternehmen arbeiten würden.

Allerdings räumte BMW ein: "Beim Stammpersonal sind ebenfalls Maßnahmen vorgesehen, die sozialverträglich und in einem konstruktiven Dialog mit dem Betriebsrat vereinbart wurden." Dabei solle Mitarbeitern im Laufe dieses Jahres der Einstieg in die Altersteilzeit angeboten werden. Zudem sind Abfindungsangebote und die Nicht-Besetzung frei werdender Stellen geplant. Hochqualifizierte Fach- und Führungskräfte würden weiterhin eingestellt, betonte der Konzern.

Weitere Kooperationen angestrebt

Größter Kostenblock im Unternehmen sind laut Ganal die Ausgaben für das Material. Sie belaufen sich auf rund 25 Milliarden Euro im Jahr. "Wenn wir eine Reduzierung der Materialkosten um beispielsweise 3 Prozent pro Jahr annehmen, bedeutet dies ein jährliches Potenzial von rund 750 Millionen Euro."

Der Konzern strebt zudem weitere Kooperationen an. Derzeit laufen Verhandlungen mit anderen Herstellern über die gemeinsame Nutzung von Komponenten und Motoren. "Die Gespräche kommen gut voran, sind aber noch nicht abgeschlossen", sagte Ganal.

BMW bekräftigte zudem, dass angesichts des schwachen Dollars die Produktion und der Einkauf im Dollarraum ausgebaut werden sollen. Der Konzern wolle sich unanfälliger für Wechselkursschwankungen machen, die in den vergangenen Jahren immer wieder das Ergebnis verhagelt hatten. Dazu werde die Kapazität am US-Standort auf 240.000 Fahrzeuge von 150.000 ausgeweitet.

manager-magazin.de mit Material von reuters, dpa

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